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Neuropsychologie: Warum unser Gehirn zwei Seiten hat

Komplexe Aufgaben ungleich auf beide Hemisphären des Gehirns zu verteilen, ist keine biologische Neuerfindung beim Menschen. Schon Fische besitzen Seitenpräferenzen - ein Zeichen für frühe Wurzeln unserer Rechts-links-Asymmetrie.
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Bei den meisten Menschen sitzt das Sprachvermögen links im Gehirn, genauer in der linken Großhirnhemisphäre. Auch die in allen Bevölkerungen stark dominierende Rechtshändigkeit rührt von der linken Hirnseite her. Bei anderen Leistungen dominiert die rechte Hemisphäre, zum Beispiel bei der Orientierung im Raum. Wie die Sprache hielten Wissenschaftler noch vor 40 Jahren auch die Dominanz der rechten Hand für ein genuin menschliches Phänomen. Sie glaubten sogar, eine Seitenspezialisierung des Gehirns trete nur beim Menschen auf. Den Tieren trauten sie dergleichen nicht zu.

Die Asymmetrie oder so genannte Lateralisierung der beiden Großhirnhälften galt nachgerade als ein Zeichen unseres besonderen Evolutionsstatus. Frühere Biologen und Verhaltensforscher meinten denn auch, die Rechtshändigkeit sei vor rund 2,5 Millionen Jahren mit dem Werkzeuggebrauch entstanden. Die Sprachfähigkeit wäre quasi im Gefolge davon aufgetreten. Nach einem der Szenarien entwickelten die Menschen mit der bevorzugt benutzten rechten Hand zunächst eine Zeichensprache, die somit in der linken Hirnseite verankert war. Später wurde daraus eine Lautsprache.

Einer anderen Idee zufolge erweiterte die linke Hemisphäre ihren Einflussbereich: Hatte sie zunächst beim Gebrauch der Hände überwogen, so dehnte sie ihre Dominanz nun auf den Stimmapparat aus. Die ein bisschen vernachlässigte rechte Hirnhälfte übernahm in diesen Modellen gewissermaßen...
Juli 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juli 2010

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