Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Titelthema: Gutes Unbehagen

Wer sich schämt, fühlt sich klein und wertlos. Doch weshalb ist dieses unangenehme Gefühl heute so allgegenwärtig? Laut Forschern hat die Scham nicht nur eine hässliche Seite.
Peinlich

Wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig geschämt? Ich zum Beispiel wäre gern im Boden versunken, als ich einst auf der Geburtstagsfeier eines Bekannten eine mit diesem offenbar verwandte Frau freudig begrüßte: »Sie müssen Tims Mutter sein!« Leider war es seine jüngere Schwester.

Autsch, wie peinlich … Aber muss man sich dafür schämen? Nicht unbedingt. Allerdings empfand ich das in jenem Moment nicht als einen verzeihlichen Fauxpas, sondern haderte prinzipiell mit meinem Unvermögen, andere nicht vor den Kopf zu stoßen. Ja, ich gestehe, ich bin sozial manchmal etwas unbeholfen – oder fühle mich zumindest so. Und das beschämt mich.

Solch ein Bekenntnis mag überraschen. Schließlich gilt Scham traditionell als »hässliches« Gefühl – als Zeichen von Schwäche und niedrigem Status ...

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – »Geheimnisse drehen sich meist um die Herkunft«

Geheimnisse hat wohl jede Familie – über manche Dinge spricht man einfach nicht gern. Das sollte man aber manchmal, sagt der französische Psychiater Jacques Dayan im Interview. Außerdem: Wir wissen ja alle, dass Sport sehr gesund ist. Der Grund dafür ist aber überraschend komplex.

Spektrum Kompakt – Peinlich! - Scham und Beschämung

Eine unpassende Bemerkung, ein Schweißfleck am Hemd, ein versehentlich ausgeplaudertes Geheimnis – es gibt so Einiges, was uns peinlich berührt. Übermäßige Scham und Stigmatisierung können dabei sogar unsere Gesundheit beeinträchtigen.

Spektrum - Die Woche – Was ist Geschlecht, was sexuelle Identität, was inter?

Was ist sexuelle Identität, was Orientierung? Und wie ist es, jugendlich und trans zu sein? Zum Auftakt des »Pride Month« haben wir uns dem Thema »Transgender« gewidmet. Außerdem geht es in dieser »Woche« um eine Metropole, die einst im Meer versank. (€)

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Infos

Billingham, P., Parr, T.: Enforcing social norms: The morality of public shaming. European Journal of Philosophy 28, 2020

Keltner, D.: Evidence for the distinctness of embarrassment, shame, and guilt: A study of recalled antecedents and facial expressions of emotion. Cognition and Emotion 10, 1996

Leach, C. W., Cidam, A.: When is shame linked to constructive approach orientation? A meta-analysis. Journal of Personality and Social Psychology 109, 2015

Pfaller, R.: Zwei Enthüllungen über die Scham. S. Fischer, 2022

Tangney, J. P. et al.: Proneness to shame, proneness to guilt, and psychopathology. Journal of Abnormal Psychology 101, 1992

Volpato, E. et al.: The »common« experience of voice-hearing and its relationship with shame and guilt: A systematic review. BMC Psychiatry 22, 2022