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Geistesblitze - Kommunikation: Was alle Sprachen eint

Wie ein Wort klingt und was es bedeutet, hat nichts miteinander zu tun – so nahmen Sprachwissenschaftler lange an. Doch eine umfassende Untersuchung von Damián E. Blasi vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena zeigt nun, dass es Laute zu geben scheint, die offenbar "von Natur aus" in bestimmte Wörter gehören.

Blasis Team untersuchte ein aus 100 Begriffen bestehendes Grundvokabular in etwa zwei Dritteln der über 6000 Sprachen, die auf der Welt gesprochen werden. Das Ergebnis widerspricht der Vorstellung, dass die Laute in einem Wort grundsätzlich nichts mit seiner Bedeutung zu tun haben. Vielmehr ließen sich sogar über entfernte Sprachfamilien hinweg die gleichen Präferenzen für und gegen bestimmte Laute in Worten gleicher Bedeutung feststellen. Besonders stark ist der Effekt bei Eigenschaftswörtern oder bei Bezeichnungen für Körperteile: Das Wort für "klein" enthält demnach bevorzugt den Laut "i", "Knochen" oft den Konsonanten "k".

Ähnliche Befunde präsentierten auch schon andere Arbeitsgruppen. Sie stießen unter anderem auf die Fähigkeit von Menschen, anhand des Klangs Wortbeziehungen in unbekannten Sprachen einzuschätzen. Woher diese möglichen Zusammenhänge zwischen Laut und Bedeutung kommen, ist nicht bekannt. (lf)

Proc. Natl. Acad. Sci. USA 113, S. 10818–10823, 2016

12/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 12/2016

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