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Was Du nicht willst, das man Dir tu …

Gut 2000 Jahre lang prägten die Weisheiten des Konfuzius und seiner Nachfolger das chinesische Kaiserreich, lehrten das gedeihliche Miteinander. Im 20. Jahrhundert als feudalistisch und fortschrittsfeindlich verunglimpft, erleben sie heute ihr Come-back – im Aufwind des Wirtschaftsbooms
Denn gegen Ende der 1980er Jahre kam Asiens Wirtschaft in Fahrt, und verschiedene Staatsführer demonstrierten ein neues Selbstbewusstsein. Gemeinsam­keiten, die auch Unterschiede zum Westen beton­ten, wurden nun herausgestellt. Singapurs Präsident Lee Kuan-yew und Malaysias Staatsoberhaupt Mahathir bin Mohammed setzten eine Diskus­sion um »asiatische Werte« in Gang. Sie betonten das Kollektiv gegenüber dem Individuum, verlangten Respekt vor dem Alter und Gehorsam gegenüber po­litischen Führern, sofern sich diese wiederum ihrer Verantwortung gegenüber dem Volk bewusst zeigten – zentrale Werte des einst auch in andere fernöstliche Länder exportierten Konfuzianismus. Diese Diskussion war offenbar auch eine Antwort auf westliche Forderungen nach Einhaltung der Menschenrechte, denn diese gelten nach Vorstellung der Kommunistischen Partei Chinas, aber auch anderer autoritärer Regierungen Asiens zunächst für die Gemeinschaft, dann erst für Individuen! Den ökonomischen Aufschwung verdankten ostasiatische Unternehmen angeblich auch konfuzianischen Familientugenden wie Vertrauen, Loyalität und Respekt vor Vorgesetzten. So versicherten jedenfalls Chinas Parteiobere. Offenbar irrte Max Weber mit seiner These von der Unfähigkeit konfuzianisch geprägter Gesellschaften, eine rationale Wirtschaftsordnung zu begründen

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