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Transsexualität

Ich bin kein Mädchen!

Heranwachsende mit einer Geschlechtsdysphorie empfinden ihr angeborenes Geschlecht als falsch. Doch dieses Gefühl kann auch wieder verschwinden, und das stellt Ärzte vor ein moralisches Dilemma: Wie früh darf man das Geschlecht eines Menschen ändern?
Ein Jugendlicher, der keinem der  beiden klassischen Geschlechter zugeordnet werden kann

Skyler kam als Mädchen zur Welt, doch er fühlte sich nie so. Schon als Vierjähriger hasste er es, Kleider zu tragen, und schnitt sie in Stücke. Später verstand er nicht, warum er nicht mit den anderen Jungen Fußball spielen durfte. Mit elf Jahren bekam er seine erste Periode – ein traumatisches Erlebnis. Jeden Monat ging er deswegen eine Woche lang nicht zur Schule. Er litt unter Depressionen und ritzte sich an den Armen und Beinen. "Ich war mit mir selbst im Krieg", erzählt er.

In der 7. Klasse hörte er zum ersten Mal das Wort "Transsexualität". Er erfuhr, dass so genannte Pubertätsblocker die Geschlechtsentwicklung unterbinden können. Doch zu seiner Verzweiflung hatte sein Körper bereits weibliche Formen angenommen, es schien damit zu spät zu sein. "Ich war kurz davor aufzugeben."

Nachdem er sich seiner Mutter anvertraut hatte, brachte Skyler als erstes transsexuelles Kind in der Schule den Mut auf, seinen Mitschülern und Lehrern zu sagen, dass er in Zukunft als Junge leben wolle. Zu Beginn sorgte das für Verwirrung, aber mit der Zeit gewöhnten sich alle daran, seinen neuen Vornamen Skyler und männliche Pronomen für ihn zu benutzen. …

2/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 2/2017

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  • Quellen

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Burke, S. M., et al.: Hypothalamic Response to the Chemo-signal Androstadienone in Gender Dysphoric Children and Adolescents. In: Frontiers in Endocrinology 5, 10.3389, 2014


Costa, R. et al.: To treat or not to treat: Puberty Suppression in Childhood-onset Gender Dysphoria. In: Nature Reviews Urology 13, S. 456-462, 2016


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