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Spektrum-Essay: Was ist Leben?

Ob wir fremde Lebensformen immer erkennen würden, ist fraglich: Außerirdisches Leben könnte biochemisch und äußerlich völlig verschieden sein vom Leben auf der Erde. Doch wohl keine Entdeckung hätte tiefere Nachwirkungen. Den Essay aus dem aktuellen Heft finden Sie hier als kostenlose Leseprobe.
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Wohl keine Entdeckung hätte tiefere Nachwirkungen, als wenn wir eine »zweite Schöpfung « fänden – Lebendigkeit, die unabhängig vom irdischen Leben entstand. Bisher kennen wir nur diese eine belebte Welt. Noch könnte es sein, dass unsere Biosphäre einzigartig ist, dass wir im Universum wirklich allein sind. Sollten wir allerdings ein anderes Leben aufspüren, hieße das: Leben ist ein universales Prinzip. Obwohl noch niemand beweisen konnte, dass es im Kosmos von Leben wimmelt, sind sich viele dessen sicher. So manchen von uns drängt es darum zur jungen Disziplin der Astrobiologie. »Die einzige Wissenschaft ohne Gegenstand« nannte ein Schelm dieses Forschungsfeld.

Dem Irdischen verhaftete Biologen verstehen sich vorzüglich darauf, Lebensspuren zu erkennen. Ihnen genügt hierfür eine einzige Zelle, ein Schnipselchen DNA, eine eigentümliche Ansammlung von Kohlenstoffmolekülen. Nur handelt es sich um hiesige Erscheinungen. Was, wenn fremdes Leben anders aussähe, wenn es sowohl äußerlich wie biochemisch völlig exotisch daherkäme? – »Ich erkenne so etwas, wenn ich es sehe!« Was der amerikanische Richter Potter Stewart 1964 über Pornografie behauptete, dürfen wir uns bei außerirdischem Leben nicht anmaßen. Was bleibt uns also?
Oktober 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Oktober 2007

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