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Logik: Der diskrete Charme der Paradoxie

Wenn aus anscheinend wahren Prämissen offenbar falsche Schlüsse folgen, spricht man von einem Paradox. Laut Philosophen können wir aus solchen gedanklichen Sackgassen einiges lernen.
Paradoxien der Zeit

Einst sprach mich eine Frau an, die ein Problem mit ihrem Ehemann hatte. Wie die meisten Menschen, die einander das Jawort geben, hatte sie ihm ewige Treue versprochen. Doch nun beschlichen sie Zweifel: Ihr schien der Mann, den sie geheiratet hatte, einfach nicht mehr derselbe zu sein wie heute. Er trug noch immer den gleichen Namen, hatte den gleichen Beruf, die gleichen Erinnerungen und Fähigkeiten. Aber im Lauf der Zeit, so glaubte sie, war er Stück um Stück ein anderer Mensch geworden.

Die Frau hatte mich nicht angesprochen, weil ich in Herzensfragen besondere Expertise besitze, sondern weil ich einen Vortrag über unseren Umgang mit Paradoxien gehalten hatte. Solche Rätsel verblüffen Menschen schon seit Jahrhunderten. Sie zwingen uns zudem, einige subtile Unschärfen des Denkens und der Sprache in den Blick zu nehmen – etwa wenn wir uns fragen, was es genau heißt, jemand sei dieselbe Person wie früher. Denn das hängt stark davon ab, woran wir so etwas wie Identität festmachen ...

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  • Quellen

Cuonzo, M.: Paradoxien. Basiswissen Wissenschaft und Philosophie, Bd. 1. Berlin University Press 2015

Cuonzo, M.: How to solve paradoxes: A taxonomy and analysis of solution-types. Cogency 1, 2009

Popper, K.: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde. Mohr Siebeck, 8. Auflage 2003