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Hirschhausens Hirnschmalz

Was redest du da?

Was wir im Schlaf reden, verrät nicht viel über unsere wahren Wünsche
Eckart von Hirschhausen

    Was können Sie im Schlaf?

  1. a) Reden
  2. b) Zuhören
  3. c) Schach
  4. d) Schlafen

Immer wieder gibt es Phänomene, die jeder kennt, die aber kaum ein Wissenschaftler je erforscht hat. Reden Sie im Schlaf? Wahrscheinlich. Im Kindesalter ist nächtliches Reden, Schreien und Weinen sehr häufig. Unter Erwachsenen geben zwei von drei an, immer noch gelegentlich im Schlaf zu sprechen, doch nur sechs Prozent machen es jede Woche. Wobei hier im wahrsten Sinne die Dunkelziffer hoch sein dürfte. Denn wenn keiner zuhört oder sich am nächsten Morgen beschwert, bleibt das nächtliche Palaver meist unbemerkt. Gesundheitlich betrachtet ist das Phänomen mit dem Namen ­Somniloquie harmlos. Wenn aber etwas aufgeschnappt wurde, stellt sich die bange Frage: Was habe ich denn gesagt? Stimmen die Theorien der Psychoanalytiker, dann wartet das Unbewusste den ganzen Tag nur auf seinen großen Auftritt in der Nacht, wenn das kon­trollierende Über-Ich pennt. Dann kommt alles raus, ­alles hoch, alles zu Tage – na ja, an die Bewusstseins-Oberfläche zumindest –, was in uns an Sex-, Drugs- und Rock&Roll-Fantasien schlummert …

1/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 1/2018

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