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Frühes Mittelalter: Weibliche Macht

Kleopatra gilt als Prototyp der mächtigen Herrscherin. Was kaum jemand weiß: Auch im Frühmittelalter, der Zeit zwischen 500 und 911, lenkten Frauen die Geschicke ganzer Völker und machten Politik. Auf Grund der schwierigen Quellenlage haben jedoch nur wenige Historiker ihre Leistungen bislang erforscht. Eine neue Untersuchung beseitigt nun diesen blinden Fleck.
Schon die zeitgenössischen, überwiegend männlichen Autoren beschäftigten sich vor allem mit ihren Geschlechtsgenossen in der Politik. In den Quellen des 5. bis 8. Jahrhunderts tauchen beispielsweise 24 königliche Ehefrauen verschiedener Herrscher auf. Doch erfahren wir nicht einmal ihre Namen, geschweige denn Lebensdaten oder Orte der Bestattung. Die Suche nach Spuren ihres Lebens ist mühsam. Wer sich allerdings darauf einlässt, erfährt bei einigen der damaligen Geschichtsschreiber Interessantes über das Schicksal dieser überraschend einflussreichen Frauen.

Am Bolsenasee erinnert heute nur der Name eines Campingplatzes an die Ostgotenkönigin Amalaswintha, die auch Amalasunta genannt wird. Auf der dortigen Insel Martana soll die Tochter des ostgotischen Reichsgründers Theoderich des Großen 535 ermordet worden sein. Geboren wurde sie um 495/96. Ihre Mutter war Audofleda, eine Schwester des ersten merowingischen Königs Chlodwig I. Amalaswintha blieb offenbar das einzige legitime Kind des Paares, was die Nachfolgefrage in diesem jungen Germanenreich zum Problem werden ließ: Theoderich verheiratete seine Tochter deshalb 515 mit Eutharich – einem Mann von vornehmer Abstammung. Auch sorgte ihr Vater dafür, dass der Kaiser in Byzanz seinen Schwiegersohn als »Waffensohn« adoptierte. Mit dieser Ehrenbezeichnung erkannte er ihn – wie zuvor den König – als einen guten Krieger an und nahm ihn in seinen inneren Kreis auf.

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