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Medizin: Weibliches Hormon hält Männer schlank



Wenn Frauen in die Wechseljahre kommen, erleben sie oft eine unliebsame Begleiterscheinung der hormonellen Umstellung: Sie nehmen zu. Ursache hierfür ist die nachlassende Produktion des Geschlechtshormons Östrogen. Dadurch verlangsamt sich der Stoffwechselumsatz, und die Einlagerung von Fett nimmt zu. Doch nicht nur Frauen produzieren das weibliche Steroidhormon. Auch Männer bilden es in geringen Konzentrationen, allerdings in der Nebennierenrinde statt in den Ovarien. Entsprechend ist ihre gute Figur gleichfalls vom Östrogenspiegel abhängig. Wie Patricia Heine von der Universität Illinois in Urbana-Champaign herausfand, gilt dies zumindest für männliche Nager. Das Team der amerikanischen Forscherin untersuchte so genannte Knock-out-Mäuse, denen der Rezeptor für Östrogen fehlte. Somit konnte das Hormon nicht an die Zielzellen andocken und seine Wirkung entfalten. Trotz gleicher Futtermenge bildeten die Knock-Out-Mäuse über einen Zeitraum von einem Jahr um bis zu 170 Prozent mehr Fettgewebe als die Tiere mit intakten Östrogen-Rezeptoren. Herren mit Bauchansatz bietet sich damit eine elegante Ausrede: Nicht mangelnde Bewegung und falsche Essgewohnheiten sind schuld am Übergewicht, sondern ein weibliches Hormon – beziehungsweise das Fehlen desselben. (Proceedings of the National Academy of Sciences, Bd. 97, S. 12729)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 1 / 2001, Seite 30
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
1 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 1 / 2001

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