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Paläontologie: Harte Fakten für weiche Eier

Bislang waren sich Wissenschaftler einig: Dinosaurier legten hartschalige Eier, während einige ihrer Verwandten im Meer lebende Junge zur Welt brachten. Funde fossiler Eier, die einst in einer weichen Hülle steckten, erschüttern diese Ansichten.
Protoceratops-Embryonen

Als Schlüsselereignis in der Evolutionsgeschichte der Wirbeltiere gilt das Auftreten des so genannten amniotischen Eis. Sein entscheidender Anpassungsvorteil liegt im namensgebenden Amnion: der innersten Embryonalhülle, die das Austrocknen des Nachwuchses verhindert. Der nächste Entwicklungsschritt ereignete sich, als eine widerstands­fähige Außenhülle Schutz und mechanische Stabilität bot. Erst dadurch konnten vor mehr als 300 Millionen Jahren die ersten Reptilien das Festland erobern und den Weg für den Aufstieg der Vögel und Säugetiere ebnen.

Gehärtet durch kristallines Kalziumkarbonat, bleiben hartschalige Eier etwa von Vögeln als Fossilien gut erhalten. Im Gegensatz dazu zerfallen die ledrigen Außenhüllen der Exemplare, wie sie die meisten Eidechsen und Schlangen legen, meist sehr schnell. Da heutige Krokodile und Vögel hartschalige Eier hervorbringen, galt bislang als sicher, dass ihre nahen Verwandten, die Dinosaurier, ebenfalls solche Schalen produziert haben. Millionen Jahre alte Fossilien weichschaliger Eier fordern nun diese vorherrschende Ansicht über die Fortpflanzung von Dinosauriern sowie von Meeresreptilien heraus …

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  • Quellen

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Carpenter, K. et al. (Hg.): Dinosaur Eggs and Babies. Cambridge University Press, 1994

Field, D. J. et al.: Pelagic neonatal fossils support viviparity and precocial life history of Cretaceous mosasaurs. Palaeontology 58, 2015

Legendre, L. J. et al.: A giant soft-shelled egg from the Late Cretaceous of Antarctica. Nature 583, 2020

Norell, M. A. et al.: A nesting dinosaur. Nature 378, 1995

Norell, M. A. et al.: The first dinosaur egg was soft. Nature 583, 2020

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