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Sonnenwenden: Weihnachten im Sommer

Am 24. Juni werden vielerorts wieder Sonnwend- oder Johannisfeuer brennen. Die Feiern der kürzesten Nacht des Jahres haben eine fast 7000 Jahre alte Tradition. Mit ihren Ursprüngen verbindet die heutigen Feste jedoch kaum noch etwas.
Am Ortsrand der kleinen Gemeinde Goseck in Sachsen-Anhalt steht seit einigen Jahren ein merkwürdiges Bauwerk. Ein kreisrunder Graben von über siebzig Meter Durchmesser umgibt zwei etwas kleinere, konzentrisch ineinander gebaute Palisadenringe aus Holz. Aus der Ferne wirken sie wie überdimensionale Zäune. Über drei Erd­rampen gelangt man in das völlig leere Innere der Ringanlage – des Nachbaus einer Kultstätte aus der Jungsteinzeit. Um 4800 v. Chr. wurden hier Jahr für Jahr die Sonnwenden beobachtet und feierlich begrüßt.
br> Aus genau 1675 Eichenstämmen besteht die Rekonstruktion des 1991 entdeckten Sonnenheiligtums, die am 21. Dezember 2005 – dem Abend der Wintersonnwende – mit einer modernen Feuershow eröffnet wurde. Seitdem finden dort alljährlich im Sommer und Winter große Sonnwend­feiern statt, die den Besuchern einen Eindruck davon vermitteln sollen, was sich in der Jungsteinzeit an diesem Ort zugetragen haben könnte. Zwei der drei Eingänge weisen nämlich, wie der Bochumer Astronom Wolfhard Schlosser zeigte, exakt auf die Punkte am Horizont, an denen vor rund 7000 Jahren am Tag der Wintersonnenwende die Sonne auf- beziehungsweise unterging. Von der Mitte der Gosecker Anlage aus konnte man daher jedes Jahr am 21. Dezember durch die beiden Tore die auf- und untergehende Sonne sehen. Durch andere Öffnungen war dieses Schauspiel nach Ansicht von Schlosser auch am Tag der Sommersonnwende (21. Juni) zu beobachten.

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