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Kognition : Eine Frage der Intelligenz

Das aussagekräftigste Persönlichkeitsmaß, das wir kennen, ist die Intelligenz. Ohne sie helfen auch Motivation, Ausdauer und Einfühlungsvermögen nur begrenzt im Leben weiter.
Herumschrauben an der IntelligenzLaden...

Die oben stehenden Beispiele enthalten unterschiedliche Elemente – eines ist sprachlicher Art, ein anderes numerisch, das dritte visuell-räumlich. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass hier aus Bekanntem logische Schlüsse gezogen werden müssen. Schlussfolgerndes Denken, also die Generierung von neuem aus bestehendem Wissen, gilt als Kern menschlicher Intelligenz. Daher ist »Analogien finden« eine typische Aufgabe in IQ-Tests.

Das stellt hohe Anforderungen an unser Arbeitsgedächtnis. Denn die gesamten Informationen müssen zunächst gespeichert, ihre Elemente miteinander verglichen und irrelevante Aspekte außer Acht gelassen werden. Parallel dazu muss man mögliche Lösungen erwägen und auf ihre Richtigkeit prüfen.

Zum Beispiel: Zwischen den Wörtern Wald und Baum besteht eine Beziehung, die auf ein weiteres Wortpaar übertragen werden soll. Dabei ist der erste Begriff (Wiese) vorgegeben. Hat man nun die Wahl zwischen Gras, Heu, Futter, Grün, Weide, so könnte man denken: Die gemeinsame Farbe von Wald, Baum und Wiese ist grün! Diese Wahl wäre jedoch falsch, da es nicht um die Gemeinsamkeit der drei Wörter geht, sondern um die Gemeinsamkeit der Beziehung zwischen den Wortpaaren. Das zu erkennen, erfordert eine zusätzliche Abstraktionsstufe.

Wiese steht allerdings auch zu den anderen Begriffen in enger Beziehung. Solche Überlegungen gehen aber ebenso in die falsche Richtung, da sie nichts mit der Beziehung zwischen Wald und Baum zu tun haben. Intelligente Menschen erkennen, dass Wald durch die Existenz von Bäumen definiert ist, so wie die Wiese durch die Existenz von Gras. Die Herausforderung bei dieser Aufgabe besteht also darin, gewisse Assoziationen zu hemmen und die abstrakte Beziehung »wird definiert durch« zu aktivieren ...

4/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 4/2019

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  • Literaturtipp und Quellen

Literaturtipp

Neubauer, A.: Mach, was du kannst. DVA, München 2018

Wissenschaftlich fundiertes Plädoyer dafür, bei der Berufs- und Studienwahl kognitive Fähigkeiten stärker zu gewichten als Interessen

Quellen

Berkowitz, M., Stern, E.: Which Cognitive Abilities Make the Difference? Predicting Academic Achievements in Advanced STEM Studies. In: Journal of Intelligence 6, 48, 2018

Gensowski, M.: Personality, IQ, and Lifetime Earnings. In: Labour Economics 51, S. 170–183, 2018

Makel, M. et al.: When Lightning Strikes twice: Profoundly Gifted, Profoundly Accomplished. In: Psychological Science 27, S. 1004–1018, 2016

Ritchie, S. J., Tucker-Drob, E. M.: How Much Does Education Improve Intelligence? A Meta-analysis. In: Psychological Science 29, S. 1353-1369, 2018