Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Kosmologie: Wellenschlag des Urknalls

Die unmittelbar auf den Urknall folgende Phase der kosmischen Inflation erzeugte Gravitationswellen, die im kosmischen Strahlungshintergrund feinste Spuren hinterließen. Die kürzlich beobachtete "Verwirbelung" der kosmischen Mikrowellenstrahlung wird allerdings größtenteils vom Staub in der Milchstraße erzeugt. Schon bald sollen präzisere Messungen aus den galaktischen Staubsignalen die Spur der kosmischen Inflation herausfiltern.
BICEP2-MikrowellenteleskopLaden...

Im März 2014 sorgte die Pressekonferenz eines Teams von Astronomen für eine wissenschaftliche Sensation. Die Forscher behaupteten, mit ihrem am Südpol stationierten Mikrowellenteleskop hätten sie ein Signal beobachtet, das praktisch vom Anbeginn der Zeit stamme. Das von ihnen analysierte Polarisationsmuster der kosmischen Hintergrundstrahlung sei von Gravitationswellen bei der Entstehung des Universums verursacht worden – nur 10–36 Sekunden nach dem Urknall.

Hätte sich das Ergebnis bestätigt, könnten wir nun Ideen über den Ursprung des Alls empirisch testen, die bisher bloße Spekulation waren. Wir könnten unsere Theorien der subatomaren Quantenwelt mit den auf Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie beruhenden kosmologischen Modellen verbinden. Und vielleicht fänden wir sogar Indizien für die Existenz anderer Universen.

Allerdings meldeten sich schon bald nach der spektakulären Ankündigung skeptische Stimmen, die letztlich auch Recht behielten. Offenbar sind raffiniertere Experimente nötig, um solche Gravitationswellen definitiv nachzuweisen. Das wird vermutlich nicht lange dauern. Bis dahin herrscht unter Kosmologen gespannte Erwartung. ...

März 2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft März 2015

Kennen Sie schon …

17/2020

Spektrum - Die Woche – 17/2020

Lesen Sie in dieser Ausgabe über das Blaumeisensterben, Gravitationswellen und den gar nicht mehr so launischen April.

März 2020

Sterne und Weltraum – März 2020

Supernovae - Beteigeuze - Venus als Exoplanet - Gravitationswellen - ISS-Fotografie - Fotoplatten-Archiv Harvard

51/2019

Spektrum - Die Woche – 51/2019

In dieser Ausgabe geht es under anderem um den Start des CHEOPS-Teleskops, den umstrittenen Rorschach-Test und den Frühmensch Homo erectus.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen und Literaturtipp

Ade, P. A. R. et al.: (BICEP2 Collaboration): Detection of B-Mode Polarization at Degree Angular Scales by BICEP2. In: Physical Review Letters 112, 241101, 2014

Gibney, E.: Gravitational-Waves Hunt Enters Next Phase. In: Nature 518, S. 16 - 17, 2015

Krauss, L. M., Dodelson, S., Meyer, S.: Primordial Gravitational Waves and Cosmology. In: Science 328, S. 989 - 992, 2010

Krauss, L. M.: Ein Universum aus Nichts – und warum da trotzdem etwas ist. Knaus, München 2013
Eine populäre Darstellung des kosmologischen Wissensstands von einem Experten.