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Drogen: Wem droht der Horrortrip?

Manche meinen, sie würden den Verstand verlieren. Andere glauben, zu sterben oder an der Schwelle zwischen Leben und Tod gefangen zu sein. Über Erfahrungen dieser Art berichten Menschen, die halluzinogene Drogen wie Psilocybin eingenommen haben. Forscher von der Johns Hopkins University School of Medicine haben nun festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, einen solchen Horrortrip zu erleben, von der jeweiligen Persönlichkeit abhängt.

Roland Griffiths und seine Kollegen befragten online rund 2000 erwachsene Teilnehmer, die sie via E-Mail und über einschlägige Websites angeworben hatten. Ihre Probanden sollten an ihre schlimmste Erfahrung unter Einfluss von halluzinogenen Pilzen, auch bekannt als "magic mushrooms", zurückdenken und angeben, wie stark bei ihnen typische negative Empfindungen aufgetreten waren: Ängste, Trauer, körperliche Anspannung, Paranoia, Isolation, das Gefühl, verrückt zu werden oder zu sterben. Des Weiteren füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus, der die so genannten Big Five erfasst, die fünf wesentlichen Facetten der Persönlichkeit.

Ob sich jemand als extravertiert, verträglich oder gewissenhaft beschrieb, hatte demnach keinen Einfluss auf das Risiko eines Horrortrips. Eine andere Eigenschaft trug jedoch dazu bei: Je labiler die Probanden nach eigenen Angaben waren, desto belastender auch der Rausch. Litten sie also im Alltag häufiger unter Ängsten, Sorgen, Stimmungsschwankungen oder Stress, so lösten die Halluzinogene stärkere negative Erlebnisse aus. Das galt jedoch nicht für das Gefühl zu sterben oder tot zu sein. Diese Art von Horrortrip war bei jenen Probanden verstärkt aufgetreten, die sich für offen und intellektuell interessiert hielten. Kausal interpretieren lassen sich die Befunde allerdings nicht; theoretisch wäre es ebenfalls denkbar, dass sich die Persönlichkeit nach den Drogenerfahrungen entsprechend veränderte.

9/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 9/2017

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  • Quelle
Pers. Individ. Dif. 117, S. 155–160, 2017