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LANDWIRTSCHAFT: Weniger Methan durch Rotalgen

Methan in der Erdatmosphäre trägt mit etwa 20 Prozent zum anthropogenen Treibhauseffekt bei. Es entsteht massenhaft in der Nutztierhaltung. Rinder, Schafe und Ziegen setzen es frei, wenn sie pflanzliches Material verdauen und dabei aufstoßen. In Australien etwa ist Methan aus Rindermägen und -därmen für schätzungsweise 10 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Forscher um Robert Kinley von der australischen James Cook University schlagen jetzt eine ungewöhnliche Methode vor, um die Methanemissionen von Rindern zu drosseln. Indem man das Futter der Tiere mit bestimmten Rotalgen anreichere, könne man die Freisetzung des Klimagases drastisch reduzieren, schreiben sie.

Kinley und sein Team entnahmen Verdauungssaft aus dem Pansen von Rindern und ließen ihn unter kontrollierten Laborbedingungen bei 39 Grad Celsius auf Rhodes-Gras (Chloris gayana) einwirken, das die Tiere üblicherweise in großen Mengen fressen. Außerdem gaben sie verschiedene Mengen an Rotalgen der Spezies Asparagopsis taxiformis hinzu. Nach Inkubationszeiten zwischen 12 und 72 Stunden untersuchten die Forscher, welche Stoffwechselprodukte – darunter Methan – jeweils entstanden waren.

Lag der Anteil von A. taxiformis am zu verdauenden Substrat bei unter einem Prozent, hatte das kaum Auswirkungen auf die Methanbildung. Zwei oder mehr Prozent hingegen unterbanden die Produktion des Gases beinahe vollständig. Ein Anteil von bis zu fünf Prozent beeinträchtigte die Verdauung dabei nicht, zehn Prozent allerdings reduzierten den Stoffumsatz deutlich.

Ob A. taxiformis als Futterzusatz tatsächlich helfen kann, die Methanemissionen von Rindern herabzusetzen, müssen jetzt Versuche an lebenden Tieren zeigen. Falls ja, müssten die Rotalgen in sehr großen Mengen geerntet und zu den Rindern gebracht werden, um in der weltweiten Massentierhaltung wahrnehmbare Effekte zu bewirken.

Dezember 2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Dezember 2016

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