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Mathephobie

Wenn Zahlen Angst machen

Warum geraten manche Menschen schon beim bloßen Gedanken an Mathe in Panik? Laut Psychologen und Hirnforschern wurzelt Matheangst nur selten in schlechten Rechenfähigkeiten. Im Gegenteil: Oft sind sogar besonders Begabte davon betroffen.
Das Mathemonster

Im Restaurant ein angemessenes Trinkgeld geben, an der Supermarktkasse das Wechselgeld prüfen oder schlichtweg nur 8 und 15 zusammenzählen – für manche Menschen sind solche alltäglichen Situationen der pure Stress: Die Betreffenden empfinden regelrechte Angst vor allem, was mit Mathematik zu tun hat. Allein der Gedanke an Zahlen verursacht ihnen Herzklopfen und Schweißausbrüche. Besonders das Rechnen vor anderen bereiten ihnen Schwierigkeiten.
Typisch für die Angst vor dem Rechnen sind negative Erwartungen und Selbstzweifel. Die Folge: ein "Konzept der Vermeidung", wie es der Kognitionspsychologe Mark H. Ashcraft von der University of Nevada nennt. Matheängstliche Personen gehen Situationen aus dem Weg, in denen sie rechnen müssen. Stattdessen schicken sie lieber den Partner zum Einkaufen. Eine Karriere als Naturwissenschaftler bleibt ihnen eher verschlossen.
Doch warum neigen manche Menschen im Bezug auf harmlose Arithmetik zu solch extremen Reaktionen? Ein Grund dafür könnte das Bild sein, das sich die Betreffenden vom Rechnen machen, erklärt Günter M. Ziegler, Mathematikprofessor an der Freien Universität Berlin: "Mathematik gilt allgemein als kompliziert. Aber dieses Kokettieren vieler Menschen nach dem Motto 'In Mathe war ich nie gut' ist nicht besonders hilfreich." So übertrügen sich zum Beispiel die Ängste von Eltern leicht auf ihre Kinder …

7-8/2013

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 7-8/2013

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  • Quellen

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