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Persönlichkeit: Wer profitiert von einer Psychotherapie am meisten?

Nicht bei allen Patienten schlägt eine Psychotherapie gleich gut an. Wie viel jemand am Ende aus der Behandlung mitnimmt, scheint dabei unter anderem von seinen Charaktereigenschaften abzuhängen. Das berichten Wissenschaftler um Meredith Bucher von der Purdue University.

Die Forscher nahmen im Rahmen einer Übersichtsarbeit 99 verschiedene Studien mit insgesamt mehr als 14 000 Probanden unter die Lupe, die sich in der Vergangenheit mit dem Themen Psychotherapie und Persönlichkeit befasst hatten. Um die Charaktereigenschaften der Versuchspersonen zu erfassen, griffen Bucher und ihre Kollegen auf die so genannten »Big Five« zurück – die Merkmale Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit, Extraversion, Neurotizismus und Offenheit für Erfahrungen.

Dabei zeigte sich: Für Probanden, die niedrige Werte auf der Skala für Neurotizismus erzielten, also emotional eher stabil waren, und sich gleichzeitig offen, gewissenhaft, verträglich und extravertiert zeigten, verlief eine Psychotherapie mit höherer Wahrscheinlichkeit positiv. Besonders verträglichen Patienten fiel es dabei vor allem leichter, eine Bindung zum Therapeuten zu knüpfen, während es gewissenhaften Teilnehmern zum Beispiel bei Süchten und Substanzabhängigkeiten besser gelang, abstinent zu bleiben. Die Persönlichkeit des Patienten könnte dem Behandler damit wichtige Hinweise darauf liefern, womit ein Patient sich leichttut und welche Aspekte einer Therapie vielleicht eher heikel sind, schlussfolgern die Forscher.

7/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 7/2019

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  • Quelle
Clinical Psychology Review 10.1016/j.cpr.2019.04.002, 2019