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Glück: Wer sucht, der findet

Ein sinnerfülltes Leben ist ein glückliches Leben – das liegt auf der Hand. Aber sollten wir auch aktiv nach Sinn suchen? Viele Befunde dazu, wie sich das auf unser Wohlbefinden auswirkt, widersprechen einander. Ein Team um David B. Newman von der University of Southern California in Los Angeles hat die Frage deshalb nun aus zwei Perspektiven aufgedröselt.

Die Forscher befragten dazu rund 250 Studierende zwei Wochen lang täglich mittels eines Tagebuchs. Dann verglichen sie zum einen die Versuchspersonen untereinander, zum anderen verfolgten sie das Befinden jedes einzelnen Teilnehmers über die Zeit der Befragung. Probanden, die nach eigenen Angaben gerade mit ihrem Leben haderten, suchten eher nach einem Sinn; umgekehrt verlangte es die zufriedenen Studierenden weniger danach. Doch betrachtete man die Tagebucheinträge jedes Teil­nehmers über die 14 Tage hinweg, so zeigte sich ein positiver Zusammenhang: Je mehr eine Versuchs­person nach Sinn suchte, desto besser ging es ihr und als desto erfüllter empfand sie ihr Leben am Folgetag.

Eine mögliche Erklärung dafür liefert unter anderem eine Studienreihe von anderen US-Psychologen aus dem Jahr 2011. Michael F. Steger und seine Kollegen stellten darin zunächst fest: "Welche Rolle das Sinnerleben für das Lebensglück spielt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich." Aber wer nach einem Sinn suche, nehme Sinn stiftende Ereignisse auch eher wahr. Und deshalb ist die menschliche Neigung, sich in schweren Phasen auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu besinnen, für das Wohlbefinden durchaus förderlich.

7/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 7/2017

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  • Quelle
J. Pers. 10.1111/jopy.12321, 2017