Welt der Wissenschaft - Physiologie des Sehens: Werkzeug Auge – Die Grenzen des natürlichen Sehens

Schon bei unseren steinzeitlichen Vorfahren, und lange bevor die Menschen den Sternenhimmel systematisch beobachteten, waren gute Augen und eine scharfe Sicht eine äußerst nützliche Einrichtung: Wer weit entfernte Feinde, Paarungspartner oder Beutetiere entdecken konnte, blieb einfach länger am Leben. Das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges war daher über Jahrtausende hinweg Gegenstand vieler Betrachtungen und Überlegungen ihrer Benutzer. Für praktische Zwecke definieren wir es hier als den kleinsten Abstand zweier noch getrennt erkennbarer Punkte. Dabei dürfen wir es nicht verwechseln mit der Sichtbarkeit einzelner kleiner Objekte mit hohen Kontrasten, wie zum Beispiel helle Sterne am dunklen Himmel.
Wie scharf können wir den Himmel sehen?
Wo liegt die Grenze des Auflösungsvermögens, das Beobachter unter idealen Bedingungen am Himmel erreichen können? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Der Naturforscher Alexander von Humboldt schreibt hierzu schon im Jahr 1845 im Kapitel II des "Kosmos", im Abschnitt "Natürliches und telescopisches Sehen": "Das Problem ist gar nicht im allgemeinen [...] zu lösen, da alles von den Bedingungen, der Gestalt der Objecte, ihrer Erleuchtung, ihres Contrastes mit dem Hintergrunde, von dem sie sich abheben, der Bewegung oder Ruhe und der Natur der Luftschichten, in denen man sich befindet, abhängt."
Das gesunde und ausgeruhte menschliche Auge hat unter normalen Umständen ein Auflösungsvermögen in der Größenordnung von einigen wenigen Bogenminuten. In diesem Beitrag stelle ich einige Aspekte zum Gebrauch des Auges als ein hochauflösendes »Beobachtungssystem« vor. Dabei zeigt sich eine Reihe von erstaunlichen und interessanten Phänomenen.

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