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Essay: Wie aus Tönen Sprache wird

© Brett Charlton / ISTOCKFOTO
Musik spielt im Kopf, ob Klassik oder Klassiker. Wenn wir uns an Orchesterklängen berauschen oder einen Rhythmus mittrommeln, stets ist unser Gehirn vollauf damit beschäftigt, eine Abfolge akustischer Signale zu deuten, ihr einen Sinn geben. Nicht anders verhält es sich bei der Sprachverarbeitung. Seit Kurzem untersuchen Wissenschaftler deshalb, ob Musik und Sprache nicht ähnliche, vielleicht sogar überlappende Prozesse in unserem Gehirn auslösen.

Schon jetzt ergibt sich ein aufregendes Gesamtbild. Die Übereinstimmungen sind bei Weitem größer, als es nach gängigen Theorien zu erwarten gewesen wäre. Sie reichen von den sensorischen Abläufen, die Laute kodieren, bis hin zu all den abstrakten Prozessen, die Worte oder Töne in syntaktische Einheiten gruppieren. Die vergleichende Forschung über Musik und Sprache bietet somit einen neuen Ansatz, komplexe kognitive Prozesse zu ergründen.

Allerdings haben sich bisherige Untersuchungen einschließlich meiner eigenen vor allem auf westliche Sprachen und westliche Musiktraditionen konzentriert. Mit gutem Grund: Beide Felder waren, jedes für sich, in Praxis und Theorie schon intensiv erforscht worden. Nun ist die Zeit gekommen, auch andere Kulturbereiche in Augenschein zu nehmen…
Februar 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Februar 2009

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