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Kognition: Entscheidung mit Augenmaß

Oft entscheiden wir mal so, mal so, auch wenn sich an den Fakten gar nichts verändert hat. Denn unser Urteil ­ hängt davon ab, in welchem Aktivierungszustand sich das Gehirn gerade befindet!
Ein braunes Auge in Nahaufnahme

Stellen Sie sich vor, Sie besichtigen eine Wohnung, die Sie eventuell mieten wollen. Vor der Tür steht schon der nächste Interessent, deshalb müssen Sie sich rasch entscheiden. Ob Sie zusagen, hängt sicherlich nicht allein von einem einzelnen Merkmal ab wie etwa der Größe der Küche. Vielmehr werden Sie verschiedene Ihnen wichtige Eigenschaften abwägen, vielleicht wie hell das Apartment ist, ob es ruhig liegt oder ob man wohl die lauen Sommerabende auf einem Balkon verbringen kann. Beim Gang durch die Wohnung werten Sie die Informationen aus und kommen zu einem Schluss, etwa: "Ja, hier möchte ich wohnen!"

Normalerweise denken wir nicht darüber nach, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir uns entscheiden müssen und die richtige Alternative nicht klar auf der Hand liegt. Wir tun es tagaus, tagein, sei es beim Einkaufen oder beim Autofahren – beispielsweise, wenn die Ampel soeben rot wird: scharf bremsen oder weiterfahren?

Interessanterweise sind einige Menschen mehr, ­andere weniger entscheidungsfreudig. Manche haben krankheitsbedingt Probleme, sich überhaupt zu entschließen. Außerdem entscheidet sich auch ein und dieselbe Person nicht immer gleich, selbst wenn die äußeren Bedingungen identisch sind …

3/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2017

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  • Quellen

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McGinley, M. et al.: Waking State: Rapid Variations Modulate Neural and Behavioral Responses. In: Neuron 87, S. 1143–1161, 2015

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