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Schizophrenie: Die Macht der Erwartung

Viele Forscher betrachten das Gehirn als eine Art Prognosemaschine. Dieser Ansatz hilft auch zu verstehen, wie Psychosen zu Stande kommen.
Stimmen im Kopf (Symbolbild)

An der Seite von Anterrabae stürzt Deborah ins Reich Yr – eine Art Parallelwelt, ganz für sie allein. Goldene Hügelketten, so weit das Auge reicht, aber auch hier gibt es Schrecken und Leid. Anterrabae, der ewig Fallende, und Lactamaeon, ein weiterer Gott in Adlergestalt, drohen ihr: Deborah darf den Menschen in der realen Welt nichts über Yr verraten. »Du gehörst nicht zu ihnen«, sagen sie. Deborah ist die Hauptfigur in dem Roman »Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen«, in dem Joanne Greenberg alias Hannah Green ihre schizophrene Erkrankung schildert.

Von Schizophrenie ist etwa einer von 200 Menschen einmal im Leben betroffen. Typische Kennzeichen sind Halluzinationen oder Wahnvorstellungen – die Patienten sehen also Dinge oder hören Stimmen, die es nicht gibt, oder sie entwickeln Überzeugungen, die von der Wirklichkeit weit entfernt sind. Solche Psychosen treten bei manchen Betroffenen nur einmal für kurze Zeit auf, andere begleiten sie ein Leben lang.

Dabei ist längst nicht jede Psychose gleich eine Schizophrenie. Ähnlich realitätsferne Wahrnehmungen kön­nen ebenso im Zusammenhang mit anderen Hirnerkrankungen wie etwa einer Demenz auftreten, ja mitunter sogar bei völlig gesunden Menschen …

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