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Krisenintervention: "Die Angehörigen entscheiden, wie viel sie wissen wollen"

Die Hamburger Psychologin Angélique Mundt überbringt gemeinsam mit Polizisten Todesnachrichten. Sie empfiehlt: wahrheitsgemäß informieren – aber Zeit zum Luftholen lassen.
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Frau Dr. Mundt, wie teilt man einem Menschen mit, dass sein Kind oder sein Partner gerade gestorben ist?

Es gibt keine Standardformulierung, nur eine klare Maßgabe: die Nachricht sofort überbringen, ohne grausam zu sein. Das ist eine Gratwanderung. Man fragt an der Tür, ob man eintreten darf, tritt ein und kommt dann zügig zum Thema. Ich übe das mit den Polizisten direkt vor dem Einsatz: Wer wird sprechen, was wollen sie sagen? Zwei Sätze genügen: "Es geht um Ihren Sohn Daniel. Er ist vor einer Stunde bei einem Verkehrsunfall gestorben."

So schnell, ohne Vorwarnung?

Es muss so schnell gehen. Wenn bei Ihnen zwei Polizisten und ein Zivilist vor der Tür stehen, dann wissen Sie, dass es nicht um einen Strafzettel geht. Man darf keine langen Geschichten von Rettungsversuchen erzählen, sonst schalten die Angehörigen nach den ersten Worten innerlich auf Abwehr und hören die eigentliche Todesnachricht nicht mehr. Natürlich sollte man auch nicht grausam sein und sagen: "Ihr Kind ist vor einen ICE gesprungen und wird gerade in Einzelteilen von den Gleisen gesammelt", sondern: "Ihr Sohn ist tot, er hat sich das Leben genommen." ...

12/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 12/2017

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