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Zeitwahrnehmung: Wie unsere innere Uhr tickt

Mal verstreichen die Stunden wie im Flug, mal ziehen sie sich wie Kaugummi. Warum? Wie lang uns eine Situation erscheint, hängt vor allem von unseren Erwartungen ab.

Wir alle kennen es: Das Wasser im Topf kocht erst, wenn man aufgehört hat, darauf zu warten, und ein unterhaltsamer Urlaubstag ist vorbei, kaum dass er angefangen hat. Auf der Uhr schreiten die Zeiger zwar in regelmäßigen Schritten von einer Minute zur nächsten. Doch wir erleben Zeit als eher ungleichmäßig verlaufend. Einem Akkordeon gleich scheint sie sich auszudehnen und wieder zusammenzuziehen, je nachdem, wie wir uns gerade fühlen, was wir erleben und worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten.

»Jeder kennt den Spruch ›Wenn man Spaß hat, vergeht die Zeit wie im Flug‹«, sagt der kognitive Neurowissenschaftler Samuel Gershman von der Harvard University in Cambridge. »Aber so leicht ist das nicht.« Es komme ganz darauf an, wie viel Vergnügen man vorher erwartete.

In unserem Gehirn sitzt nicht einfach eine Uhr, die im Hintergrund mal schneller und mal langsamer läuft. Verschiedene Hirnregionen haben ihre eigenen Zeitmesser. Sie interagieren miteinander und verändern sich von einer Situation zur nächsten.

Wie jahrzehntelange Forschung nahelegt, prägt der Hirnbotenstoff Dopamin unser Zeitempfinden ganz entscheidend…

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  • Quellen

Fung, B. J. et al.: Dopamine and the interdependency of time perception and reward. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 2021

Mikhael, J., Gershman, S.: Adapting the flow of time with dopamine. Journal of Neurophysiology 121, 2019

Toren, I. et al.: Prediction errors bidirectionally bias time perception. Nature Neuroscience 23, 2020