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Biologie: Der lebende Taser

Zitteraale jagen ihre Beute mit intensiven elektrischen Impulsen. Diese setzen sie außerdem geschickt zur Verteidigung ein. Ausgeklügelte Messungen und schmerzhafte Selbstversuche liefern erstaunliche Einsichten in das Verhalten der Tiere.
Batterien nach Zitteraal-Konzept

Zitteraale betäuben ihre Beute – das ist weithin bekannt. Berichte dazu reichen Jahrhunderte zurück. Der Begriff »Betäuben« ist aber aus wissenschaftlicher Sicht viel zu vage. Was passiert wirklich, wenn die Fische angreifen? Bis vor Kurzem wussten Biologen überraschend wenig darüber.

Ursprünglich hatte ich gar nicht die Absicht, dieses außergewöhnliche Phänomen näher zu untersuchen, und erst recht hätte ich mir nie vorstellen können, im Namen der Forschung einmal einem Exemplar meinen Arm anzubieten. Wie kam es dazu? Als Professor für Biologie wollte ich meine Lehrveranstaltungen mit Fotos und Zeitlupenfilmen von Zitteraalen aufpeppen. Eines Tages nahm ich ein paar Exemplare mit in mein Labor. Da beobachtete ich etwas so Seltsames, dass ich alles andere stehen und liegen ließ, um mich fortan intensiv damit zu beschäftigen.

Als einer der mitgebrachten Zitteraale ein Beutetier mit einer Hochspannungssalve angriff, wurden innerhalb von drei Millisekunden alle in der Nähe befindlichen Fische im Tank völlig unbeweglich. Sie trieben wie erstarrt im Wasser. Zunächst dachte ich, sie seien tot. Aber sobald der Zitteraal die Hochspannung wieder abstellte, wachten die Fische auf und schwammen rasch von dannen. Die Auswirkungen des Angriffs waren also nur vorübergehend. Das faszinierte mich enorm, und nun wollte ich unbedingt mehr darüber herausfinden …

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  • Quellen

Catania, K. C.: The shocking predatory strike of the electric eel. Science 346, 2014

Catania, K. C.: Electric eels use high-voltage to track fast-moving prey. Nature Communications 6, 2015

Catania, K. C.: Power transfer to a human during an electric eel's shocking leap. Current Biology 27, 2017