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Nanotechnologie: Winzig, selbstorganisiert und ausbaufähig



Nanoröhrchen kannte man bisher nur von Kohlenstoff – als Abart der berühmten Fulleren-Fußbälle. Doch nun haben Hiram Fenniri und sein Team an der Purdue-Universität in West Lafayette (Indiana) eine neuartige Variante entwickelt. Dabei bestehen die Röhrchen aus seifenartigen organischen Molekülen, die sich in wässriger Lösung selbstständig zusammenfügen. Zunächst bilden sechs Grundbausteine eine Rosette. Diese Ringe türmen sich dann, angetrieben durch Wasserstoffbrückenbindungen, zu den winzigen Röhren übereinander. Elektrische Ladungen auf der Außenseite bilden eine Art elektrostatischen Gürtel, der die Struktur stabilisiert und Andockmöglichkeiten für funktionelle Moleküle bietet. Die Nanoröhrchen lassen sich so fast beliebig für die verschiedensten Zwecke modifizieren, etwa durch Anbau fotoaktiver Substanzen, die an einem Ende Sonnenenergie aufnehmen und am anderen wieder abgeben können. Bei Hitze bleiben die Gebilde stabil und dehnen sich nur aus. Deshalb könnte man damit zum Beispiel medizinische Wirkstoffe umhüllen, die gezielt im Körper freigesetzt würden. Die neuartigen Nanoröhrchen eignen sich aber auch als Gerüst für molekulare Drähte oder als Bauteile für die Nanoelektronik. (PNAS, doi/10.1073 pnas.032527099)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2002, Seite 52
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
5 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 5 / 2002

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