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ZOOLOGIE: Winzling der Extraklasse



Im kalten Quellwasser von Grönland entdeckten die Zoologen Reinhardt Kristensen von der Universität Kopenhagen und Peter Funch von der Universität Aarhus ein winzig kleines Tierchen, das sich in keine der vorhandenen Klassen einordnen lassen wollte. Limnognathia maerski, wie sie es nannten, weist einen kompliziert gebauten Kiefer auf, was seine Zugehörigkeit zu den Kiefermündern nahe legt. Sein Nierensystem hingegen ähnelt dem der mikroskopisch kleinen Rotarien oder Rädertierchen. So gründeten die Zoologen mit ihrem kälteresistenten Findling eine neue Klasse: die Micrognathozoa (Kleinkiefertiere). Der nur 0,1 Millimeter große Winzling hat noch eine Besonderheit zu bieten. Bislang entdeckten die Zoologen nur Weibchen. Möglicherweise pflanzt sich der Neuling durch eingeschlechtliche Vermehrung fort. Eine solche Parthenogenese ist bei den Rädertierchen bekannt – allerdings nur im Wechsel mit zweigeschlechtlicher Fortpflanzung. Ob Limnognathia wirklich ganz ohne Männchen auskommt, wird sich erst bei Züchtungsversuchen zeigen. (Journal of Morphology, Bd. 246, S. 1)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001, Seite 29
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
2 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 2 / 2001

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