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Wissenschaft im Alltag: Zahnpasta



Schon in der Antike war das Zähneputzen gebräuchlich. Griechen und Römer nutzten Bimsstein, Knochenmehl und Austern- oder Eierschalen zur mechanischen Reinigung, dazu Myrre oder andere Stoffe mit adstringierender Wirkung, um eventuelle Blutungen zu stillen. Die heutige Zahnpasta enthält nach wie vor solche Grundkomponenten, dazu noch chemische Reinigungsmittel sowie therapeutische Stoffe, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten.

Schleifstoffe bilden die Hauptbestandteile von Zahnpasta. Meist sind es hydratisierte Kieselerdepartikel mit einem Durchmesser von vier bis zwölf Mikrometern. Substanzen wie Kalziumkarbonat, Dikalziumphosphat und Aluminiumoxid-Trihydrat ergänzen das Spektrum der "Schmirgelteilchen". Der Grad der Schleifwirkung ist von entscheidender Bedeutung: Die Zahnpasta soll Zahnstein und Plaque entfernen, jedoch ohne die Zahnoberfläche zu beschädigen.

Reinigungsmittel (Detergenzien), üblicherweise Natriumlaurylsulfat, erzeugen den Schaum. Sie lösen dabei Speisereste und andere Abfallstoffe, außerdem verteilen sich die Schleifstoffe so leichter.

Therapeutische Wirkstoffe wie Fluorid sollen Zähne und weiches Mundgewebe gesund erhalten. Zahnpasta enthält in der Regel drei Fluoridverbindungen zur Bekämpfung der Karies: Natriumfluorid, Natriummonofluorphosphat und Zinn(II)-Fluorid. Der Zahnschmelz wird durch die von Bakterien im Mund gebildete Säure zersetzt, aber mit Fluorid kann man diesem Prozess entgegenwirken. Speichel dient als Reservoir für Kalzium und Phosphat, die zusammen mit Fluorid den Zahnschmelz remineralisieren.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 4 / 2002, Seite 116
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
4 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 4 / 2002

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