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Wissenschaft im Internet: Eine bunte Welt der Chemie

Mineralien, ein interaktives Periodensystem und Experimente als Kurzfilme – Thomas Seilnacht bietet auf seiner Homepage Chemie-Spaß für jedermann.


Nehmen Sie sich Zeit für www.seilnacht.tuttlingen.com/. Denn was der Realschullehrer Thomas Seilnacht aus Mühlheim an der Donau im Internet seit 1998 aufgebaut hat, ist schon allein vom Umfang her beachtlich. Aber hier stimmt nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität. Unter "Persönliches" präsentiert sich Seilnacht als ein erstaunlich vielseitiger Mensch: Neben der Chemie unterrichtet er Biologie und Informatik, aber auch Kunst und Musik. Er entwickelt Chemie-Software und ist freier Autor und Fotograf bei Schulbuchverlagen und Zeitschriften.

Der Titel der hübschen bunten Homepage, "Chemieunterricht und Chemiedidaktik", ist eine maßlose Untertreibung. Zwar wenden sich die Rubriken "Experimente", "Referate" und "didaktische Beiträge" vorrangig oder ausschließlich an Lehrer und Schüler, aber der verbleibende, wesentlich größere Teil des Angebots wird jeden Chemie-Interessierten begeistern.

Absolutes Highlight und eine Augenweide – auch für erklärte Chemie-Muffel – ist die "Mineraliengalerie". Von A(damin) bis Z(innober) kann man hier über hundert Mineralien anschauen, in hervorragender Bildqualität und von Seilnacht selbst mit künstlerischem Blick fotografiert.

Das "Periodensystem" erscheint vielleicht in seiner Gestaltung zunächst weniger beachtenswert, überzeugt aber durch die enorme Informationsfülle. Wie man es aus anderen interaktiven Periodensystemen im Internet schon kennt (www.chem.uni-potsdam.de/tools/pse/, http://schulen.eduhi.at/chemie/pse.htm), sind alle chemischen Elemente einzeln anklickbar. Bei Seilnacht erhält man in ansprechender Aufmachung und gut strukturiert Informationen zu Eigenschaften, Vorkommen, Geschichte, Herstellung und Verwendung jedes Elements. Verweise links neben dem Periodensystem bieten noch mehr Daten zu den Elementen (Entdeckung, Häufigkeit, Dichte und vieles andere), Erklärungen chemischer Fachbegriffe und ein von Seilnacht selbst geschriebenes Chemielexikon (zusätzlich gibt es ein Chemikalien- und Umweltlexikon). 67 Kurzfilme, die man allerdings nur über eine sehr neue Version von "RealPlayer" ansehen kann, zeigen chemische Experimente zu Themen wie Wasserstoff, Kohlenstoff oder Halogenen. Auch Seilnacht selbst tritt dort auf und demonstriert die Mickey-Mouse-Stimme nach dem Einatmen von Helium.

Durch einen Klick auf die Reagenzgläser im "virtuellen Labor" gelangt man zu den "virtuellen Versuchen". Mit oder ohne Anleitung kann man Analysen unbekannter Stoffe durchführen und als Bonus eine virtuelle Titration durchführen. Die Rubrik "Phänomen Farbe" enthält zwar weniger Chemie, dafür aber viele schöne Bilder und Wissenswertes.

Kommerzielles, wie etwa auftauchende Werbung und Hinweise auf käufliche Software, stört den Anwender der Homepage kaum. Durch die übersicht-liche Struktur, die geschmackvolle – ge-radezu liebevolle – Aufmachung und die Fülle von Informationen, die oft mehr als nur Chemie bieten, wird diese Homepage zu einem Surf-Genuss für jedermann. Wer danach Lust auf mehr bekommen hat: Die Freie Universität Berlin bietet eine sehr gute Linkliste zu verschiedenen Themen rund um die Chemie (www.chemie.fu-berlin.de/fb/fachdid/cll/).

Aus: Spektrum der Wissenschaft 9 / 2002, Seite 117
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
9 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 9 / 2002

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