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MedCom GmbH: Wissenschaft in Unternehmen: Aus 2 mach 3-D



Ein gewöhnliches Ultraschallbild liefert nur flächige Schnittbilder, und die sind oft sehr schwer zu interpretieren. Der Elektrotechniker Georgios Sakas begann nach seiner Promotion über die räumliche Darstellung von Wolken in der Computergrafik einen Algorithmus zu entwickeln, der auch in drei Dimensionen visualisiert. Dafür erhielt er 1996 den Fraunhofer-Preis (Spektrum der Wissenschaft 6/1997, S. 103).

Um daraus ein Produkt zu machen, gründete Sakas 1997 die MedCom – Gesellschaft für medizinische Bildverarbeitung mbH. Er erwarb die Lizenz an der Software und entwickelte sie für den praktischen Einsatz weiter. Das InVivo genannte Produkt lässt sich über ein Zusatzmodul mit jedem Ultraschallgerät verbinden, je nach Ausbaustufe kostet das den Facharzt 30000 bis 50000 Mark. Neuere Entwicklungen koppeln Ultraschallaufnahmen mit Elektrokardiogrammen und visualisieren das schlagende Herz. Die MedCom GmbH hat bereits mehrere hundert Lizenzen für 3D-Darstellungssysteme verkauft. Daher kann das Unternehmen weitere Entwicklungen und den Aufbau eines internationalen Vertriebs aus eigenen Mitteln finanzieren.

Derzeit arbeiten die Entwickler von MedCom an einer mobilen Ultraschallstation. Sie nimmt 2D-Daten auf und überträgt sie – zum Beispiel per Funk – an eine Zentrale zur Weiterverarbeitung. Ein solches Gerät muss aber den speziellen Anforderungen des Kunden genügen, zum Beispiel robust gebaut sein, diese Entwicklungsarbeit kann MedCom nach Angabe des Firmenchefs nicht mehr alleine leisten. Er erwägt deshalb, einen Partner zu suchen oder diese Aktivität an die Börse zu bringen, um mit dem Erlös der Emission das nötige Wissen einzukaufen.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001, Seite 115
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
5 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 5 / 2001

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