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Glücksforschung: Wovon unsere Lebenszufriedenheit abhängt

Die meisten Menschen halten Gesundheit, Geld und eine liebevolle Beziehung für die Eckpfeiler eines glücklichen Lebens. Ein halbes Jahrhundert wissenschaftliche Glücksforschung hat jedoch gezeigt, dass äußere Faktoren auf die Dauer nur bedingt zum persönlichen Wohlbefinden beitragen. Wie zufrieden wir im Leben sind, bestimmen ebenso unsere Gene.

Zum Geburtstag, Jahreswechsel und bei vielen anderen Gelegenheiten wünschen wir uns immer wieder vor allem eines: Glück. Nichts erstreben wir Menschen mehr. Und so ist es im Grunde nur folgerichtig, dass das Königreich Bhutan im Himalaja 2008 das »Bruttonationalglück« auch als Staatsziel in seiner Verfassung verankert hat. Dort steht es gleichrangig neben dem Natur- und Umweltschutz sowie einer humanen Gesellschaft mit möglichst gerecht verteilten materiellen Gütern. Damit nicht genug, befragte der fürsorgliche König seine Untertanen in einer groß angelegten Erhebung zugleich, was ihnen denn in ihrem Leben am meisten Freude bereite. Dabei stellte sich heraus, dass für die Bewohner Bhutans, die zumeist in ärmlichen Verhältnissen leben, Glück nicht von materiellem Besitz abhängt. Doch auf die Frage, was genau dem Wohl­befinden des Einzelnen am besten dient, lieferte auch diese Erhebung keine endgültige Antwort. Sie zu finden ist nun Aufgabe des Centre for Bhutan Studies, das die Regierung eigens zu diesem Zweck eingerichtet hat.

Auch außerhalb Bhutans beschäftigen sich Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten mit der Frage, was Menschen auf Dauer glücklich und zufrieden macht – und weshalb manche von uns einfach generell zufriedener sind als andere. Intuitiv liegt die Vermutung nahe, dass die jeweiligen Lebensbedingungen – insbesondere materieller Besitz oder eine erfüllende Paarbeziehung – eine entscheidende Rolle spielen. Wie neuere Untersuchungen aus dem Bereich der Positiven Psychologie zeigen, hängt es jedoch auch in hohem Maß von unseren Genen ab, ob wir mit unserem Leben tendenziell zufrieden oder unzufrieden sind.

Die Positive Psychologie ist eine noch verhältnismäßig junge Disziplin. Sie beschäftigt sich statt mit Krankheitsbildern und der Suche nach deren Ursachen mit der geistigen Gesundheit und dem Wohlbefinden von Einzelpersonen oder Menschengruppen. Dabei geht sie davon aus, dass das Streben nach Erfüllung, die aktive Mitgestaltung des eigenen Lebens und das Erreichen bestimmter Lebensziele ...

Highlights 2/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Highlights 2/2016

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  • Quellen

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Diener, E. et al.: Subjective Well-Being: Three Decades of Progress. In: Psychological Bulletin 125, S. 276 – 302, 1999

Lykken, D., Tellegen, A.: Happiness is a Stochastic Phenomenon. In: Psychological Science, 7, S. 186 – 189, 1996

Røysamb, E. et al.: Happiness and Health: Environmental and Genetic Contributions to the Relationship between Subjective Well-Being, Perceived Health, and Somatic Illness. In: Journal of Personality and Social Psychology 85, S. 1136 – 1146, 2003

Steel, P. et al.: Refining the Relationship between Personality and Subjective Well-Being. In: Psychological Bulletin 134, S. 138 – 161, 2008