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Finanzverhalten: Zahlen - oder nicht?

Was beeinflusst die Steuermoral der Bürger? Drohende Strafen offenbar kaum, denn sie verändern die Hinterziehungsquote nur unwesentlich. Das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern spielt dagegen eine wichtige Rolle, wie die Psychologen Erich Kirchler und Stephan Mühlbacher von der Universität Wien berichten.
Zahlen - oder nicht?
Ein Blick auf die Statistik macht die Dimensionen des Problems klar: Mindestens 30 Milliarden Euro haben die Deutschen im Jahr 2008 hinterzogen, schätzte Dieter Ondracek, der Vorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft. Die Bürger drückten sich damit um zirka sechs Prozent ihrer Steuerschuld.
Mehr Steuerfahnder und härtere Gesetze gelten vielen als die Lösung des Problems. Bereits der Ökonom und Nobelpreisträger Gary Becker prophezeite 1968 in einer Theorie zu Kriminalität und Bestrafung, dass Steuerpflichtige ehrlichere Angaben machen, wenn sie eine Strafe befürchteten. Empirische Befunde über die Wirkung von Kontrollen und Sanktionen als "Erziehungsmethoden" fallen jedoch eher bescheiden aus ...

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  • Quellen
Enste, D. H.: Deviantes Verhalten und institutioneller Wandel. In: Zeitschrift für Wirtschaftspsychologie 9, S. 99-115, 2007

Feld, L. P., Frey, B. S.: Tax Evasion and the Psychological Tax Contract. In: Alm, J. et al. (Hg.): Developing Alternative Frameworks for Explaining Tax Compliance, S. 74-94. Routledge, London 2010

Kirchler, E.: The Economic Psychology of Tax Behaviour. Cambridge University Press, Cambridge 2007

Kirchler, E. et al.: Enforced Versus Voluntary Tax Compliance: The "Slippery Slope" Framework. In: Journal of Economic Psychology 29, S. 210-225, 2008

Kastlunger, B. et al.: What Goes Around Comes Around? Experimental Evidence of the Effect of Rewards on Tax Compliance. In: Public Finance Review 39, S. 150-167, 2011

Muehlbacher, S. et al.: Steuerhinterziehung und die Berücksichtigung des Einkommens in der Strafbemessung. In: Wirtschaftspsychologie 9, S. 116-121, 2007