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Medizin: Zeitverschiebungen machen fett und krank

Wer regelmäßig Schichtarbeit leistet oder unter Jetlag leidet, erkrankt mit höherer Wahrscheinlichkeit an Fettleibigkeit oder Diabetes. Einer der Gründe dafür scheint im Verdauungstrakt zu liegen: Die Zeitverschiebung bringt auch die innere Uhr der Darmbakterien durcheinander – und damit den menschlichen Stoffwechsel.

Das schließen Eran Elinav vom Weizmann Institute of Science in Rechovot (Israel) und seine Kollegen aus der Analyse von Mäusekotproben. Demnach schwankt die Aktivität bestimmter Darmmikroben im Tagesrhythmus, eng zusammenhängend mit der inneren Uhr der Nager und ihren Essgewohnheiten.

Als die Forscher den Tagesrhythmus von Mäusen alle drei Tage um acht Stunden verschoben, indem sie das Licht entsprechend später oder früher ein- und ausschalteten, brachte dieser künstliche Jetlag nicht nur die innere Uhr der Tiere, sondern auch die Aktivität ihrer Darmbewohner aus dem Takt. Zudem veränderte sich die Zusammensetzung der Mikrobengemeinschaft. Nahmen die Nager daraufhin energiereiche Nahrung zu sich, legten sie rascher an Gewicht zu und entwickelten Stoffwechselstörungen, die zu Diabetes führen können.

In einem weiteren Experiment untersuchten die Forscher zwei Menschen, die von den Vereinigten Staaten nach Israel geflogen waren und unter Jetlag litten. In ihrem Verdauungsapparat traten vermehrt Bakterienstämme auf, die mit Adipositas und Diabetes in Verbindung gebracht werden.

Dezember 2014

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Dezember 2014

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