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Verhaltensforschung: Ziegen bevorzugen freundliche Menschen

Auch Ziegen sind offenbar dazu in der Lage, die Emotionen eines menschlichen Gegenübers einzuordnen – eine Fähigkeit, die man bisher vor allem bei sozial integrierten Tieren wie Hunden oder Pferden nachweisen konnte. Das legt nun ein Experiment von Wissenschaftlern um den Zoologen Alan McElligott an der Queen Mary University in London nahe.

Die Forscher präsentierten 20 Ziegenböcken Aufnahmen von menschlichen Gesichtern und werteten aus, welche Fotos die Tiere länger anschauten und ob sie sich ihnen näherten, um sie mit dem Maul anzustupsen. Die Böcke bevorzugten freundliche Gesichter – vor allem dann, wenn diese auf ihrer rechten Kopfseite präsentiert wurden. Offenbar spielt demnach die linke Hirnhälfte, welche die Informationen des rechten Auges verarbeitet, eine Rolle bei der Bewertung, spekulieren die Wissenschaftler.

Schon lange war Experten klar, dass die Tiere auf Körpersprache und Emotionen vor allem eines ihnen vertrauten Menschen reagieren – unklar war aber, ob sie Emotionalität in Gesichtsausdrücken wirklich erkennen können. Die Forscher erwarten nun, ähnliche Ergebnisse bei anderen Haustieren zu finden. Unter Umständen trainieren Tiere sich die Fähigkeit der emotionalen Bewertung von Gesichtern an, wenn sie lange Zeit mit Menschen verbringen. Möglich wäre auch, dass eine angeborene Aversion gegen zornige Gesichter dahintersteckt: Aggressive Gesichtsausdrücke erinnern womöglich an gefletschte Zähne von Räubern wie dem Wolf, dem Ziegen lieber aus dem Weg gehen.

12/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 12/2018

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  • Quelle
R. Soc. Open Sci. 10.1098/rsos.180491, 2018