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Drogen: Zum Rauchen verführt

E-Zigaretten bringen eventuell Jugendliche zum Rauchen, die sonst nicht damit angefangen hätten. Das legt zumindest eine Untersuchung des Mediziners Stanton Glantz von der University of California in San Francisco nahe. Seine Arbeitsgruppe nahm sich die Zahlen des National Youth Tobacco Survey der US-Gesundheitsbehörde CDC vor, an dem von 2004 bis 2014 etwa 140 000 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Wie Statistiken zeigen, nimmt der Anteil der rauchenden Jugendlichen in den USA seit Jahren kontinuierlich ab. Der Forscher prüfte nun jedoch, ob die Einführung der E-Zigarette im Jahr 2007 diesen Trend erkennbar veränderte.

Bei der Betrachtung der Daten in ihrer Gesamtheit fand sein Team keine Auswirkung in der einen oder anderen Richtung. Bei der Analyse nach psychosozialen Risikofaktoren zeigte sich allerdings, dass E-Zigaretten vermehrt bei Jugendlichen zum Einsatz kommen, die eigentlich nur ein sehr geringes Risiko aufweisen, mit dem Rauchen zu beginnen. Die E-Zigaretten würden deswegen keineswegs, wie gelegentlich vermutet, den Nikotinkonsum der Jugendlichen verringern, schreibt die Arbeitsgruppe. Vielmehr vergrößere die E-Zigarette den Markt für Tabakprodukte und erreiche vermutlich auch jene Jugendliche, die sonst gar nicht gefährdet waren. Frühere Studien hatten auf diesen Effekt bereits hingewiesen: Wie das im Detail mit den unverändert sinkenden Konsumentenzahlen zusammenpasst, ist aber noch unklar.

4/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 4/2017

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  • Quellen
Pediatrics 10.1542/peds.2016–2450, 2017