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Archäologie: Zurück zu den Wurzeln

Mit einer grandiosen Fleißarbeit führt der Autor durch 17 000 Jahre Menschheitsgeschichte und sucht die Anfänge aller Zivilisation.

Wurzelt alle europäische Kultur letztlich in Mesopotamien, jener heute als "Krisenherd" und Quelle fundamentalistischer Ideologien bekannten Region, zu der Teile der Türkei und Syriens sowie der Irak gehören? Mit dieser These im Kopf nimmt der Wissenschaftsjournalist Wolfgang Korn seine Leser mit auf eine Studienreise durch die Zeit, von den ersten Dörfern und Städten der Menschheit über altorientalische Reiche wie Babylon und Assur bis in die unerfreuliche Gegenwart.

Das stramme Programm wird dabei nie langweilig. Experten kommen zu Wort, die den altorientalischen Gesellschaften auf der Spur sind, mal durch das Studium der in Keilschrift notierten Steuerlisten, Verträge, Gesetze, Chroniken und Göttermythen, mal durch archäologische Grabungen oder systematisches Abgehen einer Stätte mit präziser Dokumentation aller an der Oberfläche erkennbaren Fundstücke ("survey"). Neben Wissen zur Geschichte vermitteln die Forscher auch Wissenschaftsgeschichte, denn manche Stätten wurden schon um die Wende zum 20. Jahrhundert untersucht. Viele Erkenntnisse von damals gelten auch heute noch, andere entsprangen dem Zeitgeist und wurden inzwischen durch neuere Methoden und Theorien in Frage gestellt.

Hielt man beispielsweise den Fruchtbaren Halbmond, eine sichelförmige Region Nordmesopotamiens, bis vor wenigen Jahren noch für die Geburtsstätte der Jungsteinzeit, in der Menschen das Jagen und Sammeln zu Gunsten einer bäuerlichen Lebensweise aufgaben, so belegen inzwischen weiter nördlich gelegene Stätten ...

Juni 2013

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juni 2013

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