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Zwillingsforschung: Zwischen Erbe und Erfahrung

Gene oder Umwelt - was prägt den Menschen stärker? Neue Forschungen zeigen: weder noch! Denn in Wahrheit arbeiten die vermeintlichen Kontrahenten eng zusammen. Läuft dabei etwas schief, können allerdings psychische Erkrankungen wie Schizophrenie entstehen.
AuseinandergelebtLaden...
Eineiige Zwillinge gleichen sich – wie ein Ei dem anderen. Äußerlich zumindest. Wer jedoch ein solches Pärchen näher kennen lernt, dem fallen nach und nach die Unterschiede ins Auge: im Aussehen, aber noch mehr im Verhalten. Es kommt sogar vor, dass ein Zwilling an einer Erbkrankheit leidet, während der andere davon verschont bleibt. Wie kann das sein? Schließlich besitzen beide ein vollkommen identisches Genom!
In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler entdeckt, dass die Gene keineswegs das letzte Wort haben. Die junge Disziplin der Epi­genetik (griechisch epi = auf, dazu, nach) ergründet, wie das Leben seine Spuren im Erbgut hinterlässt – und so etwa zur unterschiedlichen Ausprägung von Merkmalen führt, obwohl die genetische Information die gleiche ist.
Genetiker erforschen das Erbmolekül, die Desoxyribonukleinsäure oder kurz DNS (englisch DNA), die im Zellkern in den Chromosomen liegt. Epigenetiker dagegen konzentrieren sich auf die Frage, wie die 20 000 bis 30 000 menschlichen Gene gesteuert werden, warum etwa der eine Erbfaktor ein- und ein ande­rer ausgeschaltet ist. Ihre Erkenntnisse dürften unsere Vorstellung davon revolutionieren, wie Gene und Umwelt zusammenwirken – denn die beiden vermeintlichen Kontrahenten arbeiten in Wahrheit Hand in Hand ...
November 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist November 2009

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  • Quellen
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Schlinzig, T. et al.: Epigenetic Modulation at Birth - Altered DNA-Methylation in White Blood Cells after Caesarean Section. In: Acta Pædiatrica 98(7), S. 1096-1099, 2009.

Weaver, I. C. G. et al.: Epigenetic Programming by Maternal Behavior. In: Nature Neuroscience 7(8), S. 847-854, 2004.