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Kannibalismus: Zwischen Verschmelzung und Vernichtung

Nicht unbedingt schmeichelhaft, aber wahr: Kannibalistische Praktiken gehören seit jeher zur menschlichen Kultur. Doch warum der Verzehr eines Artgenossen manch einem sogar sexuelle Lust bereitet, stellt auch Psychiater vor Rätsel.
»Der Stricher sagte: Ich habe nur Dich und ich will auch nur Dich, lass mich ein Teil von Dir werden. Ich sagte: Das geht nicht, es sei denn, ich esse Dich auf. Er sagte: Dann schlachte mich, außer Dir interessiert sich sowieso keiner für mich. Ich entgegnete: Aber ich liebe Dich doch! Er sagte: Gerade deshalb musst Du es machen, oder ich bringe mich um. Ich spürte ein unheimliches Gefühl in mir, es war, als verbinden sich unsere Seelen«
Wüssten wir nicht, wer diese Zeilen schrieb, wir würden sie vielleicht für das belanglose Fragment eines ungewöhnlichen Romans halten. Doch das Zitat stammt von Armin Meiwes – jenem Mann, der im März 2001 seine kannibalistischen Fantasien durch Verzehr seines Freundes Bernd Brandes in die Tat umsetzte …
November 2006

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist November 2006

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Literaturtipps:

Bogerts, B.: Gewalttaten aus der Sicht der Hirnforschung. In: Forensische Psychiatrie und Psychotherapie. Werkstattschriften 11(3), 2004.

Fiedler, P. : Persönlichkeitsstörungen. Weinheim: Beltz- Verlag, 5. Aufl.,  2001.

Fiedler, P.: Sexuelle Orientierung und sexuelle Abweichung. Weinheim: Beltz- Verlag 2004.

Grawe, K.: Neuropsychotherapie. Göttingen: Hogrefe Verlag 2004

Kernberg, O.F.: Schwere Persönlichkeitsstörungen. Theorie, Diagnose, Behandlungsstrategien. Stuttgart: Klett- Cotta 1991

Schirrmacher, T.: Völker – Drogen – Kannibalismus. Ethnologische und länderkundliche Beiträge 1984 – 1994. Bonn: Verlag für Kultur und Wissenschaft 1997.

Schorsch, E. et al.: Perversion als Straftat. Stuttgart: Enke Verlag 1996.

Stoller, R. J.: Perversion. Die erotische Form von Haß. Gießen: Psychosozial Verlag 1998.
Verständliche Darstellung mit vielen Fallbeispielen