250 Jahre USA: Äußerst seltene Kopie der US-Unabhängigkeitserklärung aufgetaucht

Zehn Kopien der frühen »Exeter-Ausgabe« der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung waren bislang bekannt. Doch nun stellten Archivare des britischen National Archive ein elftes Exemplar vor: Es handelt sich zugleich um den einzigen Abdruck davon, der außerhalb der Vereinigten Staaten auftauchte – zumindest nach bisherigem Kenntnisstand. Das gab der Kurator Graham Moore vom Archiv in einer Mitteilung bekannt. Am 4. Juli 2026 feiern die USA ihren 250. Geburtstag, der auf dieser Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahr 1776 beruht.
Moore und sein Team entdeckten den Druck während eines Katalogisierungsprojekts, bei dem die Unterlagen von Offizieren der Royal Navy aus der Zeit des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges untersucht wurden. Sie bilden wiederum einen Teil der Arbeiten des Archivs rund um dieses Jubiläum der Vereinigten Staaten und umfassen auch Unterlagen, die ein Freibeuterschiff namens »Dalton« mit sich führte, als es Weihnachten 1776 von der Royal Navy nach siebenstündiger Verfolgungsfahrt gekapert wurde. Damals wurden sie einfach als »weiteres Dokument« erfasst. Doch Moores Arbeit identifizierte den Druck tatsächlich als zeitgenössischen Abdruck der Unabhängigkeitserklärung.
Die als »Exeter-Declaration« bekannt gewordene Version der Unabhängigkeitserlärung wurde von Robert Luist Fowle zwischen dem 16. und 19. Juli 1776 in Exeter, New Hampshire, gedruckt. Kopien des Schriftstücks wurden vielfach angefertigt, um die Kunde der Unabhängigkeit rasch in den britischen Kolonien im Nordosten der heutigen Vereinigten Staaten zu verbreiten. Sie wurden auch auf Schiffen transportiert, deren Besatzungen Unterstützung für die Revolution sammeln sollten. Vorlage für diese frühen Abschriften waren die sogenannten Dunlop Broadsides, von denen im offiziellen Auftrag der Gründerväter rund 200 Exemplare angefertigt wurden – die ersten noch in der Nacht des 4. Juli 1776.
»Dies ist eine der seltensten uns bekannten Fassungen der Unabhängigkeitserklärung. Sie war nicht zur Aufbewahrung bestimmt – sie wurde in aller Eile gedruckt und weit verbreitet. Außerdem handelt es sich um das einzige bekannte Exemplar, das im Rahmen militärischer Aktionen erbeutet wurde. Dank der bürokratischen Abläufe während des Krieges wissen wir viel mehr darüber als über andere Kopien«, sagt Moore. Beweismaterial, das auf erbeuteten Schiffen beschlagnahmt wurde, bewahrte man im Rahmen von Gerichtsverfahren der Admiralität auf, worüber die Dokumente ins Nationalarchiv gelangten. »Daher können wir eine ungewöhnlich reichhaltige Hintergrundgeschichte präsentieren, über die die meisten erhaltenen Erklärungen nicht verfügen«, so der Kurator.
250 Jahre amerikanische Unabhängigkeitserklärung
Am 4. Juli 1776 verkündeten 13 britische Kolonien in Amerika den Bruch mit dem Mutterland. Als sie sich von Großbritannien lösten, standen sie bereits im Krieg mit der Kolonialmacht. Die »Declaration of Independence« empörte und begeisterte zugleich. Für die damaligen Menschen in Amerika, aber auch lange danach, wurde sie zum wirkmächtigen Dokument. Drei namhafte Amerika-Historiker berichten, was es mit der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung auf sich hat.
Die US-Unabhängigkeit war eine Kriegserklärung, von Christopher Magra
Als Großbritannien die Kündigung bekam, von Michael Hochgeschwender
Wie gleich ist gleich?, von Volker Depkat
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