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News: 3-D-Monitor ermöglicht nun auch den farbigen Blick

Computermonitore und Fernseher versagen, wenn es um räumliche Tiefe geht. So lassen sich etwa Konstruktionsteile, Ansichten des menschlichen Kiefers oder Landschaften normalerweise nur zweidimensional darstellen. Doch in jüngster Vergangenheit wurden weltweit Verfahren entwickelt, die dreidimensionale Bilder wiedergeben können. Einziger Nachteil: Um einen räumlichen Eindruck zu erhalten, benötigt der Betrachter meist spezielle Brillen, Prismen oder andere Hilfsmittel. Doch es gibt auch Ansätze, die dem bloßen Auge alle drei Raumperspektiven ermöglichen.
Das 3-D-Wiedergabesystem "HOLOTRON" kommt ohne Hilfsmittel aus (siehe auch Spektrum Ticker vom 24. März 1998: "Ein Monitor zeigt 3-D"). Allein durch Bewegen des Kopfes lassen sich Objekte, ähnlich einer Holographie, auch von der Seite betrachten. Vorspringende Teile scheinen regelrecht aus dem Bildschirm herauszuragen.

"Das HOLOTRON-Verfahren nutzt die Eigenheiten der menschlichen Physiologie wie Augenabstand, Blicktiefe und das Zusammenlaufen der Sehachsen", erläutert das Projektmitglied Rainer Sombrowsky von der Firma ICE Oelsnitz GmbH. Da der Betrachter einen vor ihm stehenden Gegenstand mit dem linken Auge aus einer etwas anderen Richtung sieht als mit dem rechten Auge, fügt das Gehirn beide Bilder zu einem einzigen zusammen. Dabei entsteht ein räumlicher Eindruck des Gegenstandes. Das neue Verfahren zeigt dem Betrachter bei beliebigem Betrachtungswinkel diesen Gegenstand nun abwechselnd so, wie er mit dem rechten und mit dem linken Auge aussehen würde. Die beiden Bilder wechseln dabei so schnell, daß sie im Gehirn zu einem einzigen, aber räumlichen Bild verschmelzen.

Der dreidimensionale Eindruck ist in jeder Position innerhalb eines 3D-Betrachtungsbereiches von +/-15 Grad bei einem Abstand von mindestens dreißig Zentimetern gegeben. Wechselt der Betrachter seine Position, passt sich das dreidimensionale Farbbild fließend an. Laut Sombrowsky unterstützt die HOLOTRON-Technologie als erste autostereoskopische Monitortechnik die Gruppenarbeit an 3-D-Bildschirmen. Das HOLOTRON-Verfahren ist mittlerweile weltweit patentiert und wird bereits in der Medizin bei der Darstellung atomischer Strukturen angewandt.

Statt des bisherigen Monochrom-Modells ist jetzt auch ein "farbiger Blick" möglich. Auf der diesjährigen CeBIT zeigen die Forscher in Halle 16, Stand B 23 die Farbvariante – den Prototyp des neuen 3-D-Color-Monitors HOLOTRON C906.

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