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Tirol: 5000 Jahre alte Siedlungsspuren nahe Innsbruck gefunden

Spätestens seit Ötzi ist bekannt, dass Tirol bereits in der Steinzeit bewohnt war. Nun entdeckten österreichische Archäologen, weitere Hinweise zur Besiedlung der Region. Bei Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes Innsbruck unter der Leitung von Johannes Pöll sind auf dem Bergisel nahe Innsbruck spätjungsteinzeitliche Siedlungsreste zu Tage getreten. Auf den ersten Blick ist ein schön bearbeitetes Steinmesser, das auch für die Datierung herangezogen wird, der Höhepunkt im Fundspektrum. Weitere Silexartefakte und ein Stichel aus Knochen liefern ebenso Hinweise für das Leben auf dem 746 Meter hohen Berg.

Für die Forscher sind jedoch sechs unscheinbare Pfostenlöcher weit interessanter. Denn sie belegen, dass hier im Neolithikum (5500 bis 2 200 v. Chr.) tatsächlich einfache Holzbauwerke gestanden haben – bislang existierten kaum Beweise für eine solche Besiedlung in Nordtirol. Nun vermutet Archäologe Pöll sogar eine komplette spätneolithische Siedlungsstelle im noch nicht ergrabenen Areal.

Auf der Bergkuppe konnten außerdem Gegenstände aus der Bronze- und Eisenzeit geborgen werden. Zu ihnen zählen bronzene Gewandnadeln, Glasperlen und Keramikscherben. Aus der Eisenzeit stammen mehrere Pfostensetzung, die ebenfalls auf einen überdachten Bereich hinweisen. Diverse Seinansammlungen, seichte Aschenhügel und unterschiedlich große Feuerstellen gehören wohl eher zu einem offenen Außenbereich. Der gesamte Bereich wird im Osten von einem Wegbelag begrenzt. Dieser führt geradewegs auf eine Brandfläche mit zahlreichen Knochenresten und Keramikfragmente aus der jüngeren Eisenzeit. Die Befunde weisen nach Aussage des Denkmalamtes auf einen eisenzeitlichen Opferplatz hin.

Cindy Franke

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