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Neolithische Revolution: 8000 Jahre Milchwirtschaft

Schon kurz nachdem sich die Jäger und Sammler Anatoliens niederließen und begannen, Schafe, Ziegen und vor allem Kühe zu züchten, wurden sie offenbar auch zu Milchtrinkern. Davon zeugen jedenfalls Keramikscherben aus dem 7. bis 5. Jahrtausend v. Chr. An ihnen konnten Forscher Reste von Milch-Fettsäuren nachweisen.

Richard Evershed von der University of Bristol und seine Kollegen hatten 1998 ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Milch-Fettsäuren eindeutig von anderen Fettresten tierischen Ursprungs in archäologischen Tonwaren unterscheiden lassen. So kamen sie britischen Bauern auf die Spur, die bereits vor 6000 Jahren Milch verarbeiteten, und in Rumänien stießen sie auf 7000 Jahre alte Reste von Milchprodukten.

Die nun untersuchten über 2000 Scherben stammten aus Südosteuropa, Anatolien und der Levante. Am frühesten und umfangreichsten setzte der Milchkonsum offenbar in Nordanatolien ein, in den anderen Regionen spielte das Nahrungsmittel zunächst keine so große Rolle.

Da sich Rohmilchreste normalerweise sehr schnell zersetzen, vermuten die Forscher zudem, dass die frühen Bauern die Milch in irgendeiner Weise verarbeitet und damit haltbar gemacht hatten, beispielsweise in Form von Käse. Damit hätten sie auch das Problem der genetisch bedingten Laktose-Unverträglichkeit umgangen, die auch heute noch vielen Menschen den Genuss von frischer Milch vergällt.

Antje Findeklee

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