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Kindesentwicklung: Ab sieben Jahren denken Kinder strategisch

Es dauert seine Zeit, bis wir andere durchschauen und dieses Wissen nutzbar machen: Erst mit ungefähr sieben werden Kinder zu Strategen, zeigt jetzt eine Studie.
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Wer etwas will, das ein anderer hat, muss wissen, wie der andere tickt. Dann kann man ihn vielleicht dazu bringen, sich von seinem Besitz zu trennen. Wie Forscher um Itai Sher von der University of Minnesota in Minneapolis jetzt herausfanden, verfügen Kinder ungefähr ab dem Alter von sieben Jahren über die Fähigkeit, ihr Einfühlungsvermögen strategisch für ihre Zwecke einzusetzen.

Dazu testete das Wissenschaftlerteam insgesamt 69 drei bis neun Jahre alte Kinder unter anderem bei einer Art Gewinnspiel, bei dem ein Experimentator gegen ein Versuchskind antrat. Die Regeln: Jeder wählt aus fünf Aufklebern eine beliebige Anzahl aus – und bekommt sie geschenkt, sofern er weniger ausgewählt hat als sein Gegner, der dann leer ausgeht. Während jüngere Kinder dazu neigten, alle Aufkleber zu nehmen, setzte ab sechseinhalb Jahren ein Umdenkprozess ein: Die jungen Probanden durchschauten, welche Wahl am ehesten zu einem Erfolg führen würde, und wählten, wie Erwachsene auch, einen oder zwei der Aufkleber aus.

Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder bereits in einem relativ frühen Alter dazu in der Lage sind, ihre so genannte "Theory of Mind" strategisch einzusetzen. Darunter verstehen Psychologen die Fähigkeit, die Denkprozesse eines anderen zu erraten. Um zu durchschauen, dass man am Ende mehr bekommt, wenn man weniger fordert, sei es außerdem nötig, Überlegungen höherer Ordnung anzustellen, also zu überlegen, was der andere denkt, dass man selbst plant. Auch diese Fähigkeit entwickelt sich in diesem Alter.

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