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Tropische Wälder: Abholzung hat sich beschleunigt, nicht verlangsamt

Neue Satellitenauswertungen zeigen: Der Waldschutz reicht nicht aus, die Zerstörung der tropischen Wälder beschleunigt sich sogar noch.

Tropische Regenwälder wurden laut Satellitenbildern im Jahrzehnt bis 2010 weltweit etwa 60 Prozent schneller abgeholzt als in den zehn Jahren zuvor – statt um ein Viertel langsamer, wie die UN-Agentur FAO in ihrem Bericht zur Abholzung schrieb. Der Schutz der verbliebenen tropischen Waldgebiete erweist sich damit als weniger effektiv als erhofft. Der stärkste Waldverlust und auch der größte Zuwachs fanden in Lateinamerika statt, gefolgt von Südostasien. Am besten hielt sich Zentralafrika, doch auch dort nahm der Waldverlust zu. Die neue Untersuchung ist wegen ihrer globalen Perspektive besonders interessant für die Klimaforschung – Waldverlust trägt erheblich zur Emission von Treibhausgasen bei.

Für ihre Untersuchung wertete das Team um Do Hyung Kim von der University of Maryland über 5400 Satellitenbilder von insgesamt 34 Ländern aus. Sie decken etwa 80 Prozent der Gesamtfläche tropischer Wälder ab. Im Gegensatz dazu basierte die Untersuchung der FAO auf bodenbasierten Baumzählungen. Dabei, so Kim und seine Kollegen, seien viele Rodungen übersehen worden, die auf den Satellitenbildern deutlich zu erkennen seien. Treibende Kraft der zunehmenden Waldverluste sei die technische Verbesserung der Ausrüstung: Sie mache es immer einfacher, Holz in großen Mengen zu ernten.

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