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Immunsystem: Abwehrschwächender Wirkstoff erhöht Impferfolg

Der nach Organtransplantationen zur Dämpfung von Körperabwehrreaktionen oft eingesetzte Wirkstoff Rapamycin verändert das Immunsystem derart, dass gleichzeitig verabreichte Impfstoffe eine größere Wirkung erzielen können. Diesen überraschenden Effekt zeigten Rafi Ahmed vom Emory Vaccine Center und seine Kollegen zunächst an Mäusen.

Die Forscher hatten bei virusinfizierten Versuchstieren mit Rapamycin das bei allen Säugetieren vorkommende Protein mTOR (mammalian Target of Rapamycin) gehemmt. Statt wie erwartet stärker durch die Viren beeinträchtigt zu sein, konnten die Tiere dagegen die Erreger mittelfristig sogar besser niederkämpfen. Auch eine Impfung mit einem nicht replikationsfähigen Virenimpfstoff führte bei rapamycinbehandelten Tieren zu einem besseren Impfschutz. Weitere Experimente zeigten, dass dies mit einer erhöhten Anzahl von CD8-T-Gedächtniszellen zusammenhängt, die unter dem Einfluss des Wirkstoffs bei einer Infektion gebildet werden.

Die Forscher schließen, dass der durch Rapamycin gehemmte Signalgeber mTor die Reifung verschiedener T-Zelltypen reguliert – ist er aktiv, so wird zwar einerseits eine stärkere Abwehrreaktion gegen akute Gefahren angestoßen, andererseits aber offenbar die Reifung von T-Gedächtniszellen gebremst.

Rapamycin ist ein aus Sporen bildenden Bakterien gewonnenes Immunsuppressivum, das zum Beispiel nach Nierentransplantationen gegeben wird, um eine Organabstoßung zu verhindern. Durch seine Bindung an mTor, eine in verschiedenen Zellen arbeitende Kinase, hemmt der Wirkstoff das Protein und verhindert so den Beginn der komplexen Signalkaskade, die für verschiedene Prozesse der Körperabwehr notwendig sind. (jo)

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