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News: Achterbahn auf hohem Niveau

Wir fliegen rund 7000 Meter über der Nordsee als Gilles Le Barzic den Airbus A300 »Zero-G« bei vollem Schub und 825 Kilometern pro Stunde die Nase des Airbus nach oben zieht – und uns nach unten. Die 1,8fache Erdbeschleunigung zerrt bleiern an den Gliedern, wir sind fast doppelt so schwer wie normal. Unbedacht schaue ich zur Seite – und spüre unmittelbar, wie mein Gleichgewichtsorgan abstürzt.

Das Flugzeug steigt und steigt. Die Spannung auch. Dann hören wir Le Barzic zählen: »30« ... »40« ... »Injection!« Der Mann an den Triebwerken drosselt den Schub, und es wird ganz leise. Von 1,8 auf 0 g innerhalb einer Sekunde, das fühlt sich an, als entspannte sich ein Gummiband, mit dem die Innereien zusammengehalten sind. Das Herz reagiert auf die plötzlich erweiterten Gefäße mit ein, zwei Extraschlägen, dann hat sich der Kreislauf an die ungewohnte Situation angepasst. Ohne mich zu bewegen bewege ich mich in Richtung Kabinendecke, stoße irgendwo an und verliere die Kontrolle. Aus oben wird unten, alles dreht sich.

Dann erreicht Zero-G den Scheitelpunkt der Parabel in 8500 Meter Höhe und ist nur noch 370 Kilometer pro Stunde schnell. Seit gut zehn Sekunden schweben wir schon schwerelos. In der fensterlosen Gummizelle nehmen wir nicht wahr, dass die Airbusnase nun steil nach unten kippt und wir zusammen mit dem Flieger im freien Fall in Richtung Nordsee rasen. 2400 Meter geht es ins Tal der Schwerkraft. Auf halbem Wege abwärts gehen 22 Sekunden Schwerelosigkeit zu Ende: »20« ... »30« ... »Pull out!« Von der einen zur anderen Sekunde hat uns die Schwerkraft wieder. Rums, geht es auf den Boden. Wer jetzt noch an der Decke hängt, kann sich wehtun.

Lesen Sie Joachim Schürings Artikel in der Dezember-Ausgabe von ASTRONOMIE HEUTE!

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