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Mittelalter: Älteste Wassermühle Londons

Wassermühle
Im Doomsdaybook, dem englischen Reichsgrundbuch aus dem Jahr 1086, sind sie bereits erwähnt: vier riesige Wassermühlen, mit denen bei Greenwich in beinahe industriellem Maßstab Getreide gemahlen wurde. Eine davon haben Archäologen nun endlich entdeckt. In London präsentierten sie das zehn mal zwölf Meter große Gerüst, in dem sich einst ein mehr als fünf Meter großes Schaufelrad drehte. Angetrieben wurde es durch Ebbe und Flut, welche die Wasser der Themse flussauf- und flussabwärts strömen ließen.

Auf den dicken Eichenbalken ist noch heute deutlich das Zunftzeichen der Zimmerleute zu erkennen. Denn das Holz hat sich in den Ablagerungen der Themse über die Jahrhunderte bemerkenswert gut erhalten. Wie der Archäologe Damian Goodburn vom Museum of London berichtet, wurden die hölzernen Bauteile nicht gesägt, sondern mit der Axt behauen – so wie es im Hochmittelalter üblich war. Die Analyse der Baumringe ergab, dass die Mühle aus Bäumen errichtet wurde, die im Jahr 1194 gefällt wurden.

Vermutlich handelte es sich um eine Getreidemühle, die zu einem nahe gelegenen Kloster gehörte. Am Ort des Fundes entdeckten die Forscher auch Teile des alten Mühlsteins. Wenngleich es im ganzen Land wohl mehr als 6000 solcher großen Mühlen gegeben hat, sind Überreste davon äußerst selten.

Tabea Rueß

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