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Österreich: Ältester Beweis für jüdischen Glauben

Die jüdische Geschichte Österreichs muss neu geschrieben werden. In einem römischen Kindergrab fanden Wiener Archäologen ein silbernes Amulett dessen Inhalt beweist, dass hier schon im 3. Jahrhundert n. Chr. Juden gelebt haben – rund sechshundert Jahre früher als gedacht.

Lange Zeit war unentdeckt geblieben, dass das kleine Schmuckstück von einem Friedhof in Halbturn im Burgenland nahe der ungarischen Grenze einen verborgenen Inhalt hatte – sorgsam vor fremden Blicken geschützt, auch vor denen der Forscher um Nives Doneus von der Universität Wien. Umso erstaunter waren die Wissenschaftler, als sich der Anhänger als eine Kapsel entpuppte, die einen dünnen, nur 2,2 Zentimeter langen Goldblechstreifen enthielt. Auf diesem, ist die griechische Umschrift der jüdischen Gebetsformel "Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr" (5. Buch Mose 6,4) zu lesen. Sie beweist, dass Juden sich schon in der römischen Kaiserzeit auf dem Gebiet des heutigen Österreichs ansiedelten. Bis dato galt ein mittelalterlicher Brief des Salzburger Bischofs Arn aus dem 9. Jahrhundert als ältestes Zeugnis jüdischen Lebens in der Region.

Das Amulett gehörte zur Grabausstattung eines ein bis zwei Jahre alten Kindes. Auch eine abgenutzte Münze, sowie Glas- und Tongefäße wurden ihm beigegeben. Doch am wichtigsten, nicht nur für die Forscher, war das kleine Amulett. Es sollte vor Unheil, Krankheiten und Dämonen schützen – ein typischer Brauch im römischen Reich.

Cindy Franke

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