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Paläontologie: Ältestes Neunaugen-Fossil

Das Fossil | Deutlich ist im Gesteinsabdruck die runde Mundöffnung des fossilen Neunauges zu erkennen. Die Ablagerungen stammen aus einem ehemaligen Ästuar, der trichterförmigen Mündung eines Flusses, in Südafrika.
In 360 Millionen Jahre alten Ablagerungen bei Grahamstown in Südafrika sind Forscher um Robert Gess von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg auf die bislang ältesten bekannten Überreste eines Neunauges gestoßen [1]. Das nur 4,2 Zentimeter lange Tier zeigt bereits alle Merkmale seiner heutigen Verwandten, die damit zu den lebenden Fossilien zählen.

Priscomyzon riniensis, benannt nach prisco (lat.: alt) und myzon für Neunauge sowie dem Xhosa-Begriff Rini für Grahamstown, lebte offenbar in einem Ästuar – dem von den Gezeiten stark beeinflussten, trichterförmigen Mündungsbereich eines Flusses. Im Vergleich zu heutigen Vertretern wirkt sein Saugmund, der von 14 Zähnen umrandet ist, etwas überdimensioniert. Ob die Art parasitisch lebte, ist daraus allerdings nicht abzuleiten.

Priscomyzon riniensis | Kaum von seinen heutigen Verwandten zu unterscheiden: Priscomyzon riniensis, ein Neunaugen-Fossil aus dem Devon, das Forscher in Südafrika entdeckten.
Da die Tiere keine Kiefer, Knochen und Schuppen besitzen, sind fossile Nachweise selten. Erst im Juni 2006 hatten chinesische Forscher den Fund eines 125 Millionen Jahre alten Neunaugen-Fossils gemeldet, das ebenfalls kaum von heutigen Exemplaren zu unterscheiden ist.

Zusammen mit den Ingern zählen die Neunaugen zu den einzigen Überlebenden der Agnatha oder kieferlosen Wirbeltiere. Etwa die Hälfte der heutigen Arten leben als Parasiten, die sich mit ihrem runden Maul an anderen Fischen fest- und deren Blut saugen. Die andere Hälfte nutzt den Saugmund, um sich selbst zu verankern oder um Steine zu transportieren. Die Tiere leben sowohl in Süß- als auch Meerwasser, manche von ihnen wandern ins Meer und kehren zum Ablaichen in die Binnengewässer zurück.

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